18 Reaktionen

  1. at |

    Hi.

    Sehr sehr guter Artikel, dem ich wirklich in allen Belangen zustimme. Ich bin Mitte 30 und das mangelnde Verantwortungsbewusstsein sehe ich vor allem bei jüngeren Menschen und das macht mir Angst.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich frage mich an dieser Stelle immer, ob das der übliche Generationenkonflikt ist (bin selbst 31) oder ob sich wirklich etwas verändert hat.

    2. Daniel at |

      Meiner Ansicht nach hängt das stark damit zusammen, dass den Kindern heute alle Probleme abgenommen werden. Sie lernen einfach nicht mehr sich selbst zu helfen (und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen) weil ihre „Helikoptereltern“ Ihnen alles abnehmen… Wenn es auf dem Schulhof oder im Bus zu einer Rangelei kommt wird eine Kommission gegründet und die Eltern eingeladen, wenn das Kind schlechte Noten schreibt, ist der Lehrer schuld usw. Stichwort: mangelnde Resilienz! Auch in der Wirtschaft spricht man davon, dass es schwierig werden wird Führungskräfte aus der Generation Z zu gewinnen, da sie eben keine Verantwortung übernehmen wollen. Ich denke aber, dass das hauptsächlich eine Generation (Z) ist und sich das auch wieder ändern wird weil meine Generation (Y) das Problem erkannt hat und dementsprechend ihre Kinder anders erziehen wird.

      Grüße daniel

    3. Sascha Fast at |

      Ich bin deiner Meinung, obwohl ich in Ermanglung eigener Kinder etwas vorsichtig bin, mit meiner Meinung hausieren zu gehen. Ich teile aber deinen Eindruck. Ich nenne das die Smartphone-Generation. Ich frag mich, ob das ein einfacherer Generationenkonflikt ist oder ob da wirklich ein krasses problem besteht.

      Jedenfalls habe ich bei unheimlich vielen dieser Altersgruppe das Gefühl, dass sie unglaublich unreif sind. (Ausnahmen bestätigen die Regel und über diesen Blog bin ich bereits häufig überrascht worden)

    4. Daniel at |

      Ich habe zwar auch keine eigenen Kinder aber mir reichen meine Erfahrungen die ich als Jugendtrainer im Ringen mache. Ein bisschen von beidem denke ich. Wobei ich das Wort Generationenkonflikt nicht so mag… Generationunterschied finde ich besser. Es gibt meiner Ansicht nach auch Dinge die wir von den Jungen lernen können. Gelassenheit zum Beispiel. Verantwortung übernehmen bedeutet eben oft auch Stress, was wie wir alle wissen (in dem Fall meistens) ungesund ist. Ich höre immer wieder von Beispielen in denen erfolgreiche Führungskräfte nach ihren vielen stressigen Berufsjahren in den Ruhestand gehen und dann schwer krank werden oder gleich tot umfallen. Das ist die Kehrseite der Verantwortung… Wie so oft ist wohl ein Mittelweg die Lösung.

    5. Sascha Fast at |

      Ich halte mich nicht an einen Mittelweg. Das ist für mich die Konsequenz aus dem Prinzip der bedingungslosen Verantwortung. Ich entspanne mich natürlich. Das heißt, dass ich nicht immer aktiv bin. Aber für alle Wirkungen in meinem Leben sehe ich mich als verantwortlich.

  2. Erik at |

    Hi,

    guter Artikel! Ich glaube mittlerweile dass Eigenverantwortung der beste politische Veränderungshebel ist. Nicht, dass die System-Politik unwichtig ist, aber ich für mich setze meinen Hebel lieber bei mir selbst an. Ich würde mich nicht hinstellen und es von den Leuten fordern, es mir gleichzutun. Ich kann es nur vorleben. Wenn sich Leute davon inspiriert fühlen können sie sich davon inspirieren lassen.

    Ich bin nicht nur für das, was ich denke, sage und mache verantwortlich. Sondern auch welche Emotionen ich in mir kultiviere, was ich fühle. Und damit bin ich auch dafür verantwortlich, wie sich Mitmenschen in meiner Gegenwart fühlen, weil ich meine Gefühle automatisch in andere hineinprojiziere (das funktioniert stärker je stärker die gegenseitige Identifikation miteinander ist, v.a. durch einen ähnlichen Ethos zum Leben).

    Es kann auch sehr schön sein, Verantwortung abzugeben und weiß, dass diese in guten Händen ist, weil ich vertrauen kann. Wenn jemand etwas besser als ich kann, mache ich das gerne.

    Als ich mit einem Kumpel einmal in Prag war, hat er alles geplant, was wir besuchen können. Ich fand das angenehm und habe mir vorher gesagt, dass ich mich dann auch nicht beschweren darf. Ich habe diese Passivität genossen. Es ist ja auch gerade eine sehr wichtige Dienstleistung in der Wirtschaft, jemanden Entscheidungen abzunehmen weil wir mit immer mehr MÖglichkeiten konfrontiert werden.

    Ich frage mich, was ist mir selbst wichtig und übernehme in diesen Bereichen volle Verantwortung. Z.B. wie ich mich fühle.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Auf Ebene der Politik halte ich das Prinzip Selbstverantwortung für sehr problematisch.

      Als Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzung: Anstatt eine Geschwindigkeitsempfehlung von 130 auf den Autobahnen einzuführen, würde ich einfach keine Autos mehr herstellen, die schneller als 140 fahren können. (Krankenwagen, Polizei ausgenommen)

      Verantwortung ist immer da wichtig, wo wir Freiheiten haben, aber in vielen Fällen ist diese Freiheit völlig überflüssig. Wir brauchen keinen verantwortungsvollen Umgang mit Atomkraftwerken. Eine Atombombe (ist ja nicht so, dass wir bereits mehrere verheerende Fälle hatte, die es sogar bis in die Massenmedien geschafft haben) zu bauen und dann „kontrolliert“ abbrennen zu lassen, ist schlicht dämlich.

      Ich habe auch kein Smartphone, weil ich so verantwortungsvoll bin. Ich habe es nicht, weil ich weiß, dass ich über die Zeit zermürbt werden würde, wenn ich mir noch eine Dopaminspritze ins Leben hole. Gegenargument: Du musst ja nicht ständig draufschauen. Meine Haltung: Ich stelle mir keinen Kuchen auf den Tisch, wenn ich eine Diät machen will.

      Als Haltung dagegen (wie auch im Artikel) ist sie wichtig und mächtig.

  3. Betty at |

    Hallo Sascha, vielen Dank für deinen tollen blog und nicht nur für diesen inspirierenden post. Für mich hat Verantwortung abgeben viel mit Vertrauen zu tun. Ich kann gut Verantwortung abgeben, wenn ich meinem Gegenüber in Bezug auf „die zu erfüllende Aufgabe“ ein „gutes Gefühl“ habe, egal ob es sich um Freunde, Kollegen, Ärzte, blogs oder whatever handelt. Klar… geht das auch mal nach hinten los, aber dann bin ich ja da ;-) In Passivität verfalle ich, wenn mir alles zu viel wird. Es ist dann eine für mich wichtige Erholungspause etwa so… man kommt bei einer Sache im Büro nicht weiter, findet einfach den Fehler nicht, einmal vom Schreibtisch aufstehen und was anderes machen und dann wieder dransetzen kann da sehr hilfreich sein. Meine Passivität gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen je nach Situation und Bedürfnis. Ablösen kann ich diese gut mit Sport.

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    1. Sascha Fast at |

      Ich würde nach deiner Beschreibung nicht soweit gehen, dass du (im Büro) in Passivität verfällst. Passivität im Falle des Problems im Büros wäre eher, wenn du es immer weiter probierst. Also nichts machst, um die Situation zu verändern. Sich dagegen zu entscheiden und sich die Beine zu vertreten, halte ich eher für einen Akt der Aktivität. :)

  4. Chris at |

    Volle Zustimmung! Ich habe neulich das Buch „Extreme Owndership“ gelesen. Es ist von früheren Navy Seals, und beschreibt, wie man durch die Übernahme der totalen Verantwortung ein besserer „Leader“ sein kann, sowohl im militärischen, als auch Firmenumfeld. Mein Gedanke beim Lesen war, dass das Prinzip, die volle Verantwortung zu übernehmen (und sich entsprechend zu verhalten), in praktisch allen anderen Lebensbereichen auch anwendbar ist. Insofern schreibst du mir hier voll aus der Seele :)

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    1. Sascha Fast at |

      Jocko Willink habe ich in eine paar Podcasts gehört. Er verkörpert das Prinzip unheimlich gut.

  5. N. Leonhard S. at |

    Hallo Sascha, da du es schon kurz angeschnitten hast, aber es unerwähnt lassen wolltest, würden mich trotzdem deine Gedanken zu Rechtssystem und Polizei interessieren. Dies auch in Bezug auf Passivität und Verantwortungslosigkeit.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich verstehe diesen Trick nicht. Ich wollte es unerwähnt lassen und jetzt fragst du mich trotzdem nach Erwähnung? :D

  6. at |

    Fantastisch.

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