12 Reaktionen

  1. Renate at |

    Eine wirklich schöne Einführung in das Thema ist dir da gelungen! Dass ich nicht vom Konzept der Kalorienbilanz überzeugt bin weißt du ja schon. Die eigene Erfahrung spricht dagegen, dass man nur weniger essen müsse und sich mehr bewegen um Fett abzubauen. Es gab eine Zeit da hab ich mit diesem Vorgehen recht heftig zugelegt (2 kg in 4 Wochen!) und wie Sch…. man sich dabei fühlt, wenn einem dazu noch der Partner unterstellt, man würde heimlich aufm Klo essen weiß ich auch noch. Gut, manche Leute werden mit weniger Essen und mehr Bewegung Erfolg haben. Das sind wohl vor allem diejenigen, bei denen eine zu hohe Energiezufuhr die Ursache für einen zu hohen KFA ist und noch keine Stoffwechselprobleme haben (junge Männer?). Ansonsten ist das mit der Kalorienbilanz doch so als ob man einen Fahranfänger mit der Mahnung „jeder Verkehrsunfall wird durch zu hohe Geschindigkeit verursacht“ in den Straßenverkehr entlässt. Jedem Autofahrer ist sofort klar, dass das Geschehen auf unseren Straßen deutlich komplexer ist und nicht nur an der Geschwindigkeit festgemacht werden kann. Nur bei der Kalorienbilanz sind die Leute nicht zu überzeugen und dabei ist der menschliche Körper doch noch unendlich viel komplexer. Bin auf Fortsetzungen gespannt! Viele Grüßle und einen schönen Tag Renate

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    1. Sascha Fast at |

      Hallo Renate,

      das Problem der Kalorienbilanz ist, dass sie immer dann gültig ist. Ich hatte das schon einige Male, dass nach einem langen und für alle beteiligten nervigen Vortrag, die Leute einfach nur tatsächlich einfach nur gesagt haben: „Aber die Kalorienbilanz ist doch richtig?“ Das ist ungefähr genauso klug, wie zu sagen „Aber 2+2=4?“. Viele denken, dass nur weil die Kalorienbilanz, die Thermodynamik, voraussgesetzt ist, dass sie ein gutes Erklärungsmodell ist. Aber von der notwendigen Wahrheit auf die Relevanz zu schließen… mit ist das schleierhaft, wie man das machen kann.

      Mich ärgert wirklich, dass ich das mit der Kausalität nicht ganz auf eine anschauliche Erklärung ohne verfälschende Vereinfachung auf die Kette kriege. Zu sagen, dass die Kalorienbilanz die kausale Ursache für etwas sein kann, ist grundlegend falsch. Viel mehr unsinnig. Als würdest du nach der Farbe von etwas fragen und dir antwortet jemand, dass der Satz des ausgeschlossenen Dritten gilt (formale Logik).

      Meinen besten Kumpel habe ich auf eine 4500-5000kcal Diät gesetzt (er hat natürlich auch viel Sport gemacht). Er hat echt schnell an Fett abgenommen. Keine Überraschung, wenn man sich die Stoffwechselvorgänge im Hintergrund anguckt (es waren ja nicht einfach nur die Kalorien, sondern Makros usw.).

      Fortsetzung gibt es heute oder morgen.

      Beste Grüße Sascha

    2. omegachigma at |

      Das Problem ist, dass viele die Sache mit der Kalorienbilanz falsch verstehen. Es soll ja nur sagen „In=Out“, oder besser gesagt, dass die Thermodynamik auch für den Menschen als energieumwandelndes System gilt- im Rahmen des Energieerhaltungssatzes halt. Was für die Physik gilt, gilt nun mal automatisch für die Biologie und damit für alle Lebewesen.

      Das Problem ist nur, dass der Mensch kein abgeschlossenes System ist, denn letzteres ist notwendige Voraussetzung für die Anwendung des Energieerhaltungssatzes.

      Der Mensch steht in ständiger Interaktion mit seiner Umwelt, auch energietechnisch. Wir geben Wärme an die Umgebung weiter, scheidet Energie über den Stuhlgang aus etc.

      Wenn man jetzt rein theoretisch argumentieren möchte, könnte man ein Modell konstruieren, wo man den Menschen in eine Art Glaskasten stopft, wo keine Energie entweichen kann. Innerhalb dieses Kastens wäre die gleiche Energie wie vorher, aber trotzdem hätte der Mensch schon nach wenigen Tagen signifikant an Gewicht verloren (besonders Wasser). Dieses verlorene Gewicht würde aber nun in Form von Wasser die Glaswände beschlagen oder in Form von Kot den Kasten in eine Stinkbombe verwandeln.

      Klingt jetzt alles vielleicht ein wenig unkonventionell, aber ich denke, es bringt das Problem mit der Kalorienbilanz gut auf den Punkt.

      Die Idee mit der Energieerhaltung kommt ja aus der Physik und ist dort elementar. Es funktioniert in der Physik auch hervorragend, weil dort nur die erlaubten Modelle betrachtet werden (Reibung wird außer Acht gelassen etc.).

      Wenn es um die Stoffwechselvorgänge des Menschen geht, ist das aber so ohne weiteres nicht anwendbar aus den oben genannten Gründen. Überhaupt, selbst wenn Energieerhaltung gelten würde, würde das noch immer nichts über die Zusammensetzung des Körpers aussagen.

      Hinzu kommt ja noch, dass der Kalorienverbrauch eine hochdynamische Variable ist. Er ist ja wirklich alles andere als konstant und ich rede hier jetzt nicht nur vom Leistungsumsatz.

      Schöne Grüße

      omegachigma

    3. Sascha Fast at |

      Ich bin ganz bei dir. Ich fasse das immer zusammen als: Nur weil die Kalorienbilanz wahr ist, ist sie noch lange nicht relevant.

  2. Pedro at |

    M.E. zeigen die meisten Studien, dass es nicht auf den KH-Anteil, sondern den Eiweißanteil in der Ernährung ankommt. Low Carb-Diäten verglichen mit High-Carb-Diäten bei gleichbleibendem Proteinanteil sind weitgehend gleich erfolgreich im Ergebnis. Wobei es auch ganz entscheidend auf das Individuum ankommt, es gibt Leute, die vertragen keine Stärke, aber auch Leute, die lagern jedes Gramm Fett in der Ernährung ein. In größer angelegten Studien sind das dann wohl die ‚Ausreißer‘. Letztlich wird die Ernährungswissenschaft nicht um diese individuelle Betrachtung herumkommen, auch die Paleo- und Low Carb-Vertreter nicht.

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    1. Sascha Fast at |

      Ich bin völlig deiner Meinung. Dass sich die LowCarb-Ernährung momentan durchzusetzen scheint, wird durch die moderne Ernährung mitgetragen. Ich denke, dass die wenigstens Menschen mit einem so großen Kohlenhydratanteil zu Recht kommen, wie er normaler Weise in der Ernährung vorliegt. Das heißt, dass die Übergewichtigen, die an den Studien teilnehmen, mit einer großen Wahrscheinlichkeit schlecht auf Kohlenhydrate reagieren. Im Umkehrschluss gilt natürlich nicht, dass jeder die Kohlenhydrate reduzieren sollte.

      Deswegen gestalte ich die Ernährung per Feedback. Das heißt, dass die Aktivität den Makronährstoffbedarf bestimmt.

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