29 Reaktionen

  1. aalbaer at |

    Praktische Frage: Lässt du die „Natur“ das Wasser abkühlen oder wirfst du zusätzlich Eis rein?

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Eis würde nicht so viel bringen, schließlich habe ich nur 5kg Eis. Diesen Winter lasse ich die Außentemperatur alles regeln. Das sind Schwankungen und eine sanfte Progression, um die ich mich nicht kümmern brauche.

      Wenn es kälter sein soll, kann man das Eis als Bock gegen seinen Torso drücken.

  2. Erik at |

    Jetzt wieder schön nen Cliffhanger gesetzt, damit man auch den nächsten Teil lesen muss (mit der Wim Hof Atmung)! Wehe du gehst dann da nicht drauf ein warum ;) Mir hilft es subjektiv, Kälte besser auszuhalten.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Keine Ahnung, was ich als nächstes schreibe, aber da ich meine Hauptarbeitszeit jetzt in das Manuskript von Reflexion und Analyse investiert wird, bis ich das Ding endlich fertig habe, könnte es ein bisschen dauern. Ist aber auch kein Cliffhanger sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass ich einen sehr guten Vorschlag für den Mechanismus kenne (und auch seine Anwendungsfälle), aber nichts wirklich Veröffentlichungswürdiges ausgearbeitet habe.

      Heißt: Ich kenne die Theorie gut genug, um in praktischer Weise damit umzugehen (Beispiel: Ich benutze die Atmung nicht bei Kälte sondern bei Meditation, obwohl sich das vielleicht noch ändern wird), aber nicht gut genug, um darüber zu schreiben.

      Ich kann also aus rein ethischen Gründen nicht darüber schreiben. :) (Keine Sorge. Ist kein arkanes Wissen und veröffentlichen werde ich den Mechanismus auch)

  3. Felix at |

    Dritter Absatz unterm Foto: „Wir gehen wir damit um?“: -Wir +Wie

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Danke.

  4. Johannes Himstedt at |

    Kälte scheint mich in einen sehr ruhigen Geisteszustand zu versetzen, der dem der Meditation teilweise ähnelt.

    Machst du/macht ihr da ähnliche Erfahrungen?

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Absolut. Aktuell meditiere ich in der Tonne. Heute war ich etwas über 15min bei ca. 6-7°C (Luftemperatur etwas kleiner). Das ist schon anstrengend. Weshalb ich abwarte, bis ich mich an den neuen Reiz gewöhnt habe. Aber ich habe schon den Eindruck, dass ich mich mental verändere.

    2. Erik Pfeiffer at |

      Habe/werde das die nächsten Wochen vernachlässigen. Aber aus vergangenen Erfahrungen kann ich sagen, dass mich Schmerz so „brutal“ in den Moment holt, und Kälte tut genau das. Mit Meditation geschieht dies jedoch selbstgesteuert, Kälte ist ein äußerer Reiz.

    3. Sascha Fast at |

      Jap. Das ist ein wichtiger Unterschied. Die Frage ist, für was du Meditation einsetzt. Als Training oder als Entspannung.

      Wenn man einfach in die Tonne geht und seine Zeit absitzt, hilft das natürlich nicht, Fokus zu erlernen. In der Tonne ein Fokusobjekt zu haben, ist nochmal etwas anderes.

      Was ich mich an dieser Stelle frage, ist: Zwingt Kälte dich das zu tun, was du unter anderem beim Meditieren tun willst, oder nimmt es dir eben dieses ab? Am Ende ist man im gleichen mentalen Zustand, aber die Unterscheidung ist schwer. Ich jongliere an dieser Stelle noch mit den Begriffen Wille, Bewusstsein und Entscheidung. Für mich ist offen, ob Meditation, so wie ich es kenne, wirklich nötig ist. Aktuell mache ich spürbare Veränderungen durch, obwohl ich „nur“ in der Tonne sitze und dort Meditationsübungen mache.

    4. Erik Pfeiffer at |

      Bei mir hat Meditation neben Entspannung auch einen spirituellen Hintergrund. Deswegen würde ich aktuell nicht in der Kälte meditieren bzw. immer noch dann zusätzlich zuhause meditieren. Kälte erleichtert auf der einen Seite die Meditation, weil es das Zurückholen des Fokus‘ auf die Gegenwart in das Unterbewusste schiebt (Reaktion auf Kälte ist genetisch programmiert worden als es noch kein Bewusstsein gab) – es wird einem abgenommen. Aber bei der Meditation geht es ja gerade um Bewusstsein. Auf der anderen Seite erschwert Kälte natürlich die Meditation, weil es die Stressachse aktiviert und es bei der Meditation um Loslassen und Entspannung des Körpers geht. Das dann trotz Kälte zu schaffen, ist hier die Kunst. Vielleicht erklärt das deine Fortschritte. Letztlich ist das ja genau Spiritualität: Gerade trotz all der widrigen Umstände, all dem „Bösen“ in der Welt etc. weich, flexibel und fluide zu bleiben. Halt uns auf dem Laufenden :)

    5. Sascha Fast at |

      Meditation hat für mich selbst ganz starke spirituelle Gründe.

      In dem Punkt mit dem Bewusstsein vs. Unbewusstsein widerspreche ich dir (erstmal) nicht, aber in der Schlussfolgerung. Ich gebe dazu eines meiner Lieblingszitate aus einem meiner Lieblingsbücher:

      Wie das Bewusstsein sich der Umgebung anpaßt […]. Unter Streßeinwirkung kann das Bewußtsein sich in zwei Richtungen hin entwickeln; in eine positive und eine negative; an- oder ausschalten. Man kann es sich als Spektrum vorstellen, dessen Extreme die Bewußtlosigkeit am negativen, äußerste geistige Tätigkeit dagegen am positiven Ende präsentieren. Wie das Bewußtsein auf Streßsituationen anspricht, hängt von der geistigen Ausbildung des betreffenden Individuums ab. – Frank Herbert, Dune

      Unter Meditation fasse ich eine ganze Reihe von geistigen Übungen, welche auf die momentane und dauerhafte Kohärenz des Gehirns abzielen. Fokus kann man meiner Meinung nach auch durch das nennen, was Cal Newport productive meditation nennt.

      Wie haben wahrscheinlich ein völlig anderes Konzept von Meditation, denn ich kann bei vielen deiner Annahmen nur sagen: Ja, aber nicht nur (so glaube ich nicht, dass Meditation zwangsweise um eine Entspannung des Körpers geht, obwohl ich auch das als eine Möglichkeit sehe, seine Meditation zu gestalten).

  5. Johannes at |

    Ich stimme dir zu, dass Kälte die Stressachse aktiviert und der entspannende Effekt teilweise verloren geht.

    Ich muss jedoch auch sagen, dass Entspannung – zumindest bei mir – Kopfsache ist. Ich meine damit, dass die stressreduzierenden Effekte der Meditation für mich ihre Wirkung über den ganzen Tagesverlauf entfalten und nicht nur im unmittelbaren Moment der Praxis. Ich bin durch morgentliche Meditation (oder eben Kälte) also auch noch nachmittags entspannter (im Sinne weniger Grübelei, Ängste etc). Das wirkt sich auch nachmittags noch auf meine Atmung und meine körperliche Entspanntheit aus.

    Dennoch will ich dir nicht widersprechen. Kälte kann für mich die Meditation auch nicht ersetzen.

    Gerade spannend finde auch ich es, eben trotz der Kälte so entspannt wie möglich zu bleiben. Dort sehe ich auch die Wichtigkeit des psychologischen Werkzeugs „Kälte“. Ich finde, diese Einstellung kann man z.B. auch auf das Training oder alltägliche Stressoren (z.B. soziale) übertragen.

    Reply
    1. Erik Pfeiffer at |

      Entspannung ist für mich zwar auch Zweck, aber hauptsächlich Voraussetzung für die gelingende Meditation ;) Und ja Johannes, klar dass du dich hinterher entspannter fühlst. Ohne Spannung fällt Entspannung schwer.

    2. Sascha Fast at |

      Eben das. Ich setze Entspannung nicht für eine gelungene Meditation voraus (zumindest nicht währenddessen)

    3. Johannes at |

      Mir geht es da ähnlich wie Sascha.

      Meine bisher schönste Meditation war auch meine längste. Während des Sitzens hatte ich Schmerzen in Rücken und Beinen. Auch mental hatte ich Mühe mich zu entspannen, da ich teilweise negative Emotionen und unangenehme mentale Zustände durchlebt habe. Trotzdem war die Meditation für mich persönlich gelungen und spirituell auch anschließend noch eindrucksvoll wirksam.

      Das will aber nicht heißen, dass ich Meditation nicht auch gerne als Entspannungsmethode benutze und es auch als angenehmer empfinde, wenn ich entspannt bin.

      Für mich ist Entspannung aber keine Voraussetzung für gelungene Meditation.

      Meditation ist ein sehr weites Feld. Zu sagen „ich meditiere“ kann sehr verschiedene Dinge bedeuten (z.B. Vipassana VS Metta) und für jeden anders sein. :)

  6. Chris at |

    Eine ganz triviale Frage:

    Wie hälst du das Wasser in der Tonne dauerhaft hygienisch?

    Danke für den Tipp aus der Praxis.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich tausche regelmäßig 1-2 Eimer Wasser aus, aber bei der Kälte passiert da nicht viel.

  7. Chris at |

    noch eine ganz einfach Frage: woher hast du die Tonne? :-)

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Baumarkt = 30 EUR.

      Viele Grüße Sascha

  8. Chris at |

    super, vielen Dank!

    Reply
  9. aalbaer at |

    Die Tonne steht jetzt bei mir auf dem Balkon. Nach der Morgenroutine gehts ab morgen los mit einer Minute pro Tag in der ersten Woche. Die Progression werde ich davon abhängig machen wie gut ich mit der Minute klar komme. Ich bin mal gespannt, wie das so klappen wird. Danke für die kleine Inspiration :)

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Meiner Erfahrung nach macht die Intensität den größten Anteil der Belastung aus. Ich gehe ganz nach Gefühl und gebe mir nur ein Limit. (An Fastentagen mache ich aktuell nur 10min)

      Das Gefühl kommt zuerst. Schließlich willst du das entwickeln und dich nicht von irgendwelchen Geräten (Uhr) abhängig machen. :)

  10. Philipp Vögelin at |

    Hallo Sascha, experimentierst du auch mit der Raumtemperatur im Winterhalbjahr?

    Nach längerem Feilschen mit meiner Freundin, habe ich 18°C (Danfoss-Ventile auf Stufe 1.5). Bei längerer Inaktivität brauche ich dann schon einen Pullover …

    PS: Tipp an alle, die keine Tonne aufstellen können: zu Beginn in den Unterhosen abwechselnd auf Rücken und Bauch auf den blanken Balkonboden liegen im Winter. Nun habe ich ins nahe Bächlein gewechselt :-)

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Philipp,

      die Raumtemperatur ist bei mir immer niedrig (ich experimentiere also nicht). Laut Thermometer ist die 16°C gewesen, aber ich habe keine Ahnung, ob das akkurat ist. Vom Gefühl ist meine Bude eine Ecke kühler als normale Wohnungen. Ich kann das nicht gut einschätzen. Noch vor zwei Jahren hatten wir Fenster auf und keine Heizung bei Durchzug an (andere Wohnung). Da habe ich auch schon vor dem Rechner geschlottert (keine Kleidung).

      Wie machst du das im Bach?

      Sitzen, liegen, Kopf raus, Kopf ans Ufer…?

      Viele Grüße Sascha

    2. Philipp at |

      Salut Sascha,

      Das Bächlein ist in einer kleinen Schlucht und hat jetzt im Winter vielleicht einige Liter pro Sekunde Durchfluss. An verschiedenen Stellen haben sich Becken von 20-40cm Tiefe gebildet, wo ich mich halb liegend hineinsetze, bäuchlings oder rücklings bis zum Hals momentan ca. 4min bei 4°C, manchmal mit kurzen Taucher. Die meditative Wirkung finde ich im Wald intensiv.

      Mir ist aufgefallen, dass mir der Gang zum Bach (ca. 400m) auf dem Hinweg viel kürzer vorkommt, als auf dem Rückweg (fühlt sich wie eine Ewigkeit an).

      Beste Grüsse Philipp

  11. Erik Pfeiffer at |

    Rückweg dauert länger: kann ich 100 % bestätigen. Liegt meiner Meinung nach daran, dass Kältestress extremes Bewusstsein (im Moment sein) schafft. Zeitempfinden ist die Anzahl bewusst erlebter Momente imo.

    Reply
  12. Florian at |

    Hey Sascha,

    kurzer Gedanke, ausgehend vom „Tester und Builder“ Modell: Kältetonne einmal am Tag: Tester ; Kälteexposition über den Tag verteilt (30Min barfuß laufen, 5 Minuten kalte Dusche, oberkörperfrei laufen gehen, …):Builder.

    Diesen Winter habe ich an ca 4-6 Tagen nur mit Buildermethoden gearbeit und habe an den Testertagen sehr gute Erfahrungen gemacht, sowohl physiologisch, als auch mental.

    Dieser Weg geht für mich persönlich im Moment (!) mit einem besseren Flowerleben einher.

    Würde mich über deine Ansicht freuen!

    Liebe Grüße

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Das ist so ähnlich, wie ich jetzt neu einsteigen werde (ich habe pausiert, weil ich natürlich nicht vernünftig war und mich zu stark ausbelastet habe).

      Die Kältetonne ist der Fasttrack, weil es so viel intensiver ist. Das ist ein bisschen so wie beim Intervalltraining. Hier spielt die Intensität eine entscheidende Rolle. (Der Vergleich hinkt! Also nicht darauf festnageln) Aber gerade auch frequente Kältereize sind hilfreich und nützlich.

Links von anderen Websites

Bitte halte dich an die Kommentarregeln für diesen Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.