#15 Wie Trainingsfortschritt Trainingsziele überflüssig macht
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I. Die Problematik starrer Trainingsziele und Fitnessstandards
- Ziele als Falle der Fremdsteuerung: Wie externe Vorgaben dazu führen, dass wir den Bezug zu unseren eigenen Bedürfnissen verlieren und uns Denkschulen unterwerfen.
- Kritik an Fitnessstandards: Warum statistische Durchschnittswerte (z. B. Kniebeuge mit doppeltem Körpergewicht) individuelle anatomische Gegebenheiten wie Hebelverhältnisse und Oberschenkellänge ignorieren.
- Ziele vs. Fortschrittshaltung: Die Verschiebung des Fokus von einem fixen Endpunkt hin zu einer kontinuierlichen Entwicklung.
II. Der Mythos VO2 Max und effektives Herztraining
- VO2 Max als "Goldstandard" der Langlebigkeit: Warum die Fixierung auf diesen Wert zu einseitigem Training führen kann.
- Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Herzgesundheit: Die Bedeutung von Training in niedrigen Intensitätszonen (Zone 1 und 2) für die strukturelle Anpassung und Dehnung des Herzens.
- Flaschenhälse identifizieren: Warum bei Anfängern oft die lokale Muskelausdauer und nicht das Herz das limitierende Element ist.
- Effizienz vs. physiologische Struktur: Der Unterschied zwischen zeitsparendem Intervalltraining und nachhaltigem Aufbau der Grundlagen.
III. Psychologie der Zielsetzung und Lebensführung
- Das Marathon-Problem: Wie singuläre Ziele nach ihrer Erreichung ein Sinnvakuum hinterlassen können.
- Beliebigkeit in der Moderne: Die Gefahr, Ziele als austauschbare Accessoires zu betrachten, anstatt einen roten Faden im Leben zu verfolgen.
- Existenzielle Standardziele: Warum Grundlagen wie Mitochondrien-Gesundheit, Partnerschaft und Familie aktiv verfolgt werden müssen, um langfristige soziale und körperliche Kosten zu vermeiden.
- Die Peak-End-Regel: Warum emotionale Höhepunkte bei Reisen oder sportlichen Leistungen oft überbewertet werden und was wirklich zur Charakterbildung beiträgt.
IV. Die Praxis der Fortschrittshaltung
- Ziele als Richtungsgeber: Die Funktion von Zielen bei der Strukturierung von Trainingsplänen und der Messbarkeit von Erfolg.
- Die Kraft der winzigen Steigerung: Warum eine Progression von nur 2,5 kg pro Woche langfristig das Anpassungspotenzial des Körpers weit besser ausschöpft als aggressiver Ehrgeiz.
- Erfolgsdefinition: Warum jedes Training, in dem eine minimale Verbesserung erzielt wurde, als voller Erfolg gewertet werden sollte.
V. Konkrete Auswahl und Kategorisierung von Trainingszielen
- Die persönlichen „Großen Drei“: Auswahl je einer Druck-, Zug- und Unterkörperübung als individueller Fokus für einen längeren Zeitraum.
- Organische Kraft: Integration von Bewegungsvariation durch Sandsack-Training, Ausfallschritt-Gehen oder Crawls.
- Ausdauer: Strategien zur Akkumulation von wöchentlichem Gesamtvolumen in wenig intensiven Zonen.
- Mobilität und Stabilität:
- Stabilität für Rumpf und Schultern (Außenrotatoren).
- Gezieltes Training der vier Hauptbewegungsrichtungen der Hüfte.
- Allgemeine Mobilität durch Wirbelsäulenwellen und Armschwünge.
- Anpassung an Lebensumstände: Berücksichtigung von Equipment (Home Gym), Vorlieben (Low-Tech vs. High-Tech) und sozialen Faktoren (Training mit Partner oder Hund).
VI. Fazit und langfristige Motivation
- Zusammenfassung der Vorteile einer beständigen Progression.
- Ausblick auf kommende Gäste und die Bedeutung von Routine gegenüber einmaligen Kraftakten.