7 Reaktionen

  1. Lude at |

    Sehr schöner Artikel! Vor allem das „Sei wertvoll für andere“ kann ich nur unterstreichen. Das Leben anderer bzw. seiner Umwelt (zumindest zu versuchen) zu verbessern, gibt mir wirklich Antrieb. Wobei man das Verbessern ja immer nur subjektiv bewerten kann. Und sich im Laufe der Zeit die Maßstäbe auch ändenr können.

    Man kann einen hohen Selbstwert aber auch passiv erhalten. Die tatsächlich bedingungslose Liebe der Eltern stellt hierfür ein Beispiel dar.

    Was meinst du mit deiner Kritik am Hedonismus? Verliert man durch das Baden darin den Fokus auf andere Menschen? Oder meinst, manche Menschen versuchen durch einen übertriebenen Genuss ihre Selbstliebe zu erhöhen? Wahrscheinlicher scheint es mir doch, dass man viel und gut genießen kann, wenn man über ein hohes Maß an Selbstliebe verfügt.

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    1. Sascha Fast at |

      Als Kind ist das nochmal etwas anderes. Je jünger man ist, desto voraussetzungsloser sollte die Liebe sein. Die Frage ist, was mit Liebe später auch gemeint ist. Strenge ist ein Mittel der Liebe. Der Spruch von Thomas passt 100%ig: „Ich fordere dich, weil ich dich achte.“ Als Eltern zum Kind kann man den Satz umformulieren: „Ich glaube an das Beste in dir.“

      @Hedonismus: Ich habe noch ein ganzes Buch (kommt nach der Morgenroutine) über das Thema. :) Hedonismus heißt, dass man seine eigene Lustfähigkeit ausnutzt. Ich habe einen guten Spruch aus christlicher Sicht: „Pornographie verbraucht den erotischen Reiz.“ Das passiert, wenn man nach Lust sucht, ohne sich zu transformieren.

      Das Thema ist aber so schwierig, dass ich schon einige zehntausend Worte darüber geschrieben habe. Es ist nicht der Genuss, der das Leben gut macht, es ist die Bedeutung. Ob Genuss oder nicht.

  2. Thomas at |

    Ich finde diesen Blogeintrag sehr gut und kann mir vorstellen, dass er auf viele Leser eine nachhaltige Wirkung hat.

    Die Überzeugung und die Herangehensweise, dass man sich selbst so behandeln soll, wie eine Person, der man zur Hilfe verpflichtet ist, kann zu wichtigen Entscheidungen führen. Vielleicht kann man diese Denkweise noch stärker auf sich selbst beziehen, wenn man ein Kinderfoto von sich betrachtet, und sich darüber klar wird, was man diesem kleinen Jungen/Mädchen schuldig ist. Wenn ich Fotos von mir mit 4-5 Jahren anschaue denke ich oft für mich: „Hey, dieser kleine unschuldige Junge, dass bin ich, mit all meinem Potential! Könnte ich in die Vergangenheit reisen würde ich ihm sofort sagen, tue dies und jenes nicht, fälle hier und dort eine andere Entscheidung.“ Da dies nicht geht, ist das Mindeste was ich tun kann, jetzt die Verantwortung wahrzunehmen. Mein Potentielles zukünftiges Ich, das kurz vor dem Tode steht, wäre bestimmt damit einverstanden.

    In meinen Augen beschreibst du, Sascha, eine „Leistungsethik“ und dies erinnert mich oft an das Erziehungsprinzip des sowjetischen Pädagogen und Schriftstellers Anton Semjonowitsch Makarenko. „Ich fordere Dich, weil ich Dich achte“. Für Schüler wie für einem selbst ist in diesem Sinne wichtig, dass man sich in der Zone der proximalen Entwicklung (ZPD) bewegt. Dies weiter auszuführen, würde meiner MEinung nach aber vom Kernthema des Blogeintrags vorbei führen, daher schliesse ich hier und wünsche allen eine möglichst bewusste und produktive Woche.

    Liebe Grüsse Thomas

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    1. Sascha Fast at |

      Du sprichst mir aus der Seele. Welche Literatur kannst du mir zu Makarenko empfehlen?

      Der Teil mit dem Kinderfoto ist in meinem Zettelkasten gelandet. Willst du mit oder ohne Nachnamen referenziert werden?

      Ich bin mir nicht sicher, was in Gänze hinter dem Begriff der Leistungsethik steckt, aber der Begriff scheint mir äußerst passend.

  3. Thomas at |

    Hallo Sascha

    Auf Makarenko bin ich im Zuge meines Lehramtsstudiums gestossen. Leider kann ich dir keine Literatur empfehlen, die ich von/zu ihm gelesen hätte. Allerdings scheint mir „Der Weg ins Leben. Ein pädagogisches Poem“ lohnenswert. Ich schicke dir per E-Mail noch ein PDF, welches ganz kurz Eckdaten und Grundhaltungen von Makarenko beschreibt. Bei Makarenko geht es natürlich vorrangig um Pädagogik, Didaktik oder Erziehung, aber gerade dies sind Aspekte, die für dich als Coach interessant sein könnten – und nicht zu vergessen seine Herkunft :-)

    Bezüglich Referenzierung im Zettelkasten: Nimm Vor-und Nachnahmen; Es ist mir eine Ehre in deinem Zettelkasten zu landen.

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  4. Marius at |

    Hallo Sascha,

    Ich verfolge deine Reise seit einigen Jahren und kann gut nachvollziehen was Dich antreibt. Ich will nicht zuviel schreiben, aber wie Du weisst, zielt jeder Weg, ob der eigene, Yoga oder Taichi letzendlich auf die geistige Entwicklung ab und die zentrale Frage wer bin ich, was ist mein wahres Wesen?

    Ist zwar off-topic, aber ich hatte beim Lesen den spontanen Impuls, Dir folgenden Link zu empfehlen: http://www.bambushalle.de

    Marius

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