36 Reaktionen

  1. Katrin at |

    Mich würde unabhängig vom Konzept der Steinzeiternährung interessieren, was du als Mensch der sich anscheinend sehr mit Ernährung beschäftigt, zum Thema Kohlenhydrate sagst. Man liest es bei dir ja zwischen den Zeilen, dass du eher wenig bzw. spezielle (?) zu dir nimmst. Aus persönlicher Erfahrung möchte ich behaupten, dass ich sobald ich wenig bis keine Kohlenhydrate an einem Tag zu mir nehme ich schnell gereizt/schlecht gelaunt bin und das aufkommende Hungergefühl und Unwohlsein dann mit Süßigkeiten bekämpfe (was ja nicht Sinn der Sache ist). Ähnliches beobachte ich auch bei Menschen in meinem Umfeld die aus Diät-Gründen auf Kohlenhydrate verzichten (und keinen Sport machen).

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich selbst mache ziemlich rigoroses Kohlenhydrattiming.

      Ich lese bei deinem Kommentar den Seitenblick auf LowCarb heraus: Für diese Entscheidung ist der Kontext wie so bei allem wichtig. Wenn man viel Kohlenhydrate isst, sollte man entsprechend wenig Fett essen. Das heißt genauer, dass man während der Zeit des erhöhte Insulins bei der Kohlenhydratverstoffwechselung kein oder nur sehr wenig Fett essen sollte. Generell ist das ein Weg, den ich nicht wählen würde, weil eine HighCarb-Ernährung ziemliche Nachteile und Probleme hat (Abhängigkeit von regelmäßigem Essen, hohe Entzündungswerte, hoher Insulinbedarf über den Tag usw.)

      Es gibt im wesentlichen drei Hürden um bei den Kohlenhydraten einzuschränken:

      1. Die Gewöhnungphase: Wer aus einer metabolischen Inflexibilität kommt, hat es schwerer.
      2. Der Fitnessstand: Ohne Training (angepasst an die persönliche Fitness. Wer aus dem körperlichen Defizit kommt, braucht vielleicht nur stramm spazieren gehen. Man muss sich aber deutlich belasten) stößt man bald ziemlich an seine Grenzen. Nicht nur, dass die Fitness auch entscheidet, wie ökonomisch und flexibel man mit Kohlenhydraten umgehen kann, das Training selbst ist die einzige Möglichkeit um die muskulären Glykogen- und Triglyceridspeicher zu leeren.
      3. Die Psyche und das Umfeld. Steht für sich, denke ich.
      4. Der weibliche Zyklus. Hier muss man Rücksicht darauf nehmen, dass jeglicher Verzicht auf einen anabolen Signalgeber für Frauen schwerer ist als für Männer. Das ist meiner Meinung nach unproblematisch, wenn der Rest der Zeit stimmt.
    2. Jens at |

      Das Problem kannte ich auch in ähnlicher Form. Seitdem meim Gehirn aber wieder am Fettstoffwechsel teilnimmt bzw auch weiterhin trainiert wird, ists weg. Außer beim Fasten richtung 24h und nem anstrendenen Tag mit Frau und Kind, dann geht die Energie runter, der Stress hoch und irgendwann streikt mein prefrontaler cortex und ich werd gereizt. Aber mit Training wirds besser:-)

      Google mal nach Peter Mersch ; möchte als Erstposter ungern Links posten. Seine Erklärungen zur Ketolysefähigkeit des Gehirn waren für mich am einleuchtensten.

    3. Sascha Fast at |

      Hallo Jens, von welchem Problem sprichst du genau?

      Das Buch von Peter Mersch kenne ich. Obwohl ich viele Ansichten mit Mersch teile (auch insbesondere, dass die Ketolysefähigkeit des Gehirns wichtiger Aspekt der metabolischen Flexiblität ist), würde ich das Buch selbst nicht empfehlen. Es ist absolut schlecht recherchiert.

    4. Jens at |

      Ich bezog mich auf Katrins Problem „Aus persönlicher Erfahrung möchte ich behaupten, dass ich sobald ich wenig bis keine Kohlenhydrate an einem Tag zu mir nehme ich schnell gereizt/schlecht gelaunt bin und das aufkommende Hungergefühl und Unwohlsein dann mit Süßigkeiten bekämpfe (was ja nicht Sinn der Sache ist).“

      Wenn das Gehirn zu wenig Energie hat arbeit auch der prefrontale cortex nicht mehr richtig. Der hält u.A. auch die Emotionen im Zaum und man wird schneller gereizt/aggressiv. Sprich wenig/keine Energie -> mehr gereizt/aggressive -> ab zur Jagd

      Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht und früher eben was kohlenhydratreiches (oft auch damits schnell geht) was süßes. Selbst mit IF hatte ich das ne ganze Zeitlang noch. Erst bei Mersch und der Ketolysefähigkeit des Gehirns hats bei mir klick gemacht und seitdem habe ich wesentlich weniger Probleme mit der gereiztheite/etc durch Energiemangel des Gehirns.

      Hab nur das kostenlose Buch und die Inetseite von ihm gelesen. Ob gut wissenschaftlich recherchiert ist, kann ich nicht beurteilen. So lange es sich für mich stimmig anhört und der Selbstversuch funktioniert ist es mir auch egal :-)

    5. Sascha Fast at |

      Ah, ok. In den nächsten Tagen werde ich etwas mehr über das intermittierende Fasten schreiben. Viele dieser Effekte haben wenig mit den körperlichen Reaktionen zu tun, sondern sind pychosomatisch. Wenn du dir ein mehr oder weniger kalorienfreies Nahrungsplacebo geben würdest, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu keinen Änderungen deines mentalen Zustandes käme.

      Der Anteil des Gehirns am Fettstoffwechsel ist wichtig. Ich bin in vieler Hinsicht auch Merschs Meinung. Ich empfehle Bücher nur dann, wenn ich auch von deren Fundierung überzeugt bin. Wenn einem das erstmal egal ist, dann ist Merschs Buch (ich kenne nur sein kostenpflichtiges Buch) eine interessante Übersicht. :)

    6. Sascha Fast at |

      Ach, was ich noch vergessen habe: Das Problem der Präfrontalkortexgeschichte ist, dass Vieles dafür spricht, dass Stimmungsschwankungen psychisch sind und nichts mit der realen Versorgung des Gehirns zu tun haben. Vor allem, weil du ohne diesen Teil des Gehirns ein ziemlich beschissener Jäger bist, sollte auch und gerade dieser gut funktionieren, wenn du auf Jagd gehst. :)

    7. Jens at |

      Komisch, auf deinem Beitrag gibts keinen reply mehr.

      Ich sprach auch nicht von allgemeinen Stimmungsschwankungen, sondern ausschließlich über Gereitztheit und im weiteren Sinne auch von gesteigerter Aggressivität. Und wenns Gehirn oben meint es hat Hunger und es gibt nicht für es, wird der Kontrollmechanismus schwächer. Das heißt imho aber nicht daß der prefrontale kortex dann seine anderen Aufgaben nicht mehr wahrnimmt bzw kann. Die gesteigerte Gereitztheit/Aggressivität sorgt schließlich das Mensch auf die Jagd geht und dies mit der richtigen Stimmung was zu erlegen. Für mich Natur und nicht Psychosomatik :-) Seh auch keine Psychosomatik nur weils Gehirn verlernt hat auch Energie aus Fett zu ziehen. Aber vielleicht meinst du noch was anderes. Welche, nennen wirs mal Symptome, sind denn deiner Meinung nach psychosomatisch?

      Gibt auch genug Tiere die auch ohne „neumodische Gehirnversionen“ erfolgreich jagen und überleben. Unsere Vorfahren haben auch lange genug ohne gelebt, auch wenn wir mit vielleicht erfolgreicher sind :-)

    8. Sascha Fast at |

      Wir haben wohl die Obergrenze für die Antwortebenen erreicht. :)

      Ich meine nur, dass Stimmungsveränderungen vor allem psychosomatisch sind. Im Experiment kann man per Nahrungsplacebo zeigen, dass 2 Tage Nahrungsentzug keinen Effekt hat. Empirisch gesehen steht dabei der Anschluss des Gehirns an den Fettstoffwechsel erstmal auf wackligen Beinen. Siehe:

      Lieberman, H. R., Caruso, C. M., Niro, P. J., Adam, G. E., Kellogg, M. D., Nindl, B. C., & Kramer, F. M. (2008). A double-blind, placebo-controlled test of 2 d of calorie deprivation: effects on cognition, activity, sleep, and interstitial glucose concentrations. Am J Clin Nutr, 88(3), 667-76.

  2. Giuseppe at |

    Ich würde gerne auf den Kommentar von Katrin noch einmal kurz eingehen. Die Gereiztheit sowie das Hungergefühl kannte ich auch zu gut. Durch erhebliche Erhöhung von fetten und Proteine konnte ich stellenweise gut 4stunden gut auskommen.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Hallo Guiseppe,

      meinst du, dass du dann aktuell vier Stunden ohne Essen auskommst?

  3. Giuseppe at |

    Also, wenn ich morgens meine 2weichgekochten Eier esse und meinen bulletproof cappuccino dann bin ich gute 2,5~3 Stunden satt. Mittags dann schön Rind/Huhn mit Gemüse Beilage und schön mit butter veredeln, hebt gute 4 Stunden. Also je mehr fett ich meinen Mahlzeiten zufüge umso länger bin ich satt.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Wie sind deine Fastenerfahrungen? In den allermeisten Fällen sind die Symptome psychisch und nicht weil der Körper wirklich etwas braucht.

    2. Sascha Fast at |

      Wirst du denn bei Hunger dann auf eine träge Art angepisst oder eher hibbelig?

      Meine Fragen zielen auf Folgendes ab: Hunger sollte eigentlich immer Bewegungsdrang hervorrufen (kurzfristiger Hunger). Das heißt, dass Hunger motiviert. Das kann man umlenken in nichtkörperliche Aktivitäten. Das mache ich, während ich in meiner Fastenphase des Tages den Hauptteil meiner Denkarbeit verrichte.

      Wenn Hunger für dich eine negative Empfindung ist (für mich ist es mehr neutral), wäre das ein Hinweis darauf, dass du dein Hungermanagement (psychischer Anteil) verbessern könntest oder ggf. sogar irgendwo noch körperlich eine Möglichkeit zur Verbesserung verborgen ist.

  4. Renate at |

    Gefällt mir, dein Beispiel und ich freue mich auf mehr :- ) Deine Abschlussfragen geben einem auch immer was zum denken, die aktuellen könnte ich jetzt immer noch nicht beantworten. Hat sich bei deiner fiktiven Susanne in dieser Woche etwas an der Kõrperzusammensetzung verändert oder hat sie einfach nur ihren verm .recht niedrigen KFA gehalten und war gut drauf ? Mir kommt das recht wenig Essen vor und dann noch 2 Fastentage geplant? Will sie abnehmen bzw KFA reduzieren? Zur Leber: die würde ich gerne in Bio-Qualität kaufen, habe aber noch nie welche gefunden. Viele Grüße und ich hoffe, dein Genick ist noch heil?

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Hallo Renate. Freut mich, dass ich (mindestens dich) zum Denken anregen kann.

      Nein, bei Susanne verändert sich in der Woche nichts. Zumindest habe ich das nicht darauf angelegt. Ich habe mich nur auf weniges beschränkt. Susanne isst als mehr als ich hier geschrieben habe. Die Fastentage müssen nicht so ins Gewicht fallen. Das hängt von dem Rest ab. Ich wiege jetzt mehr als ich noch bis zu 7000kcal pro Tag gegessen habe. Als ich angefangen habe täglich intermittierend zu fasten und auch entsprechend meine Kcal-Zufuhr leicht senkte, habe ich tatsächlich an 2-3kg an Gewicht draufgepackt (ich bin metabolisch effizienter geworden).

      Leber: Bioqualität ist oft nicht nötig. Frag‘ mal beim Fleischer nach, woher die Rinder kommen. Oft ist es so, dass die direkt aus der Umgebung kommen und ziemlich gut gehalten werden während es auf der anderen Seite Großbetriebe gibt, die gerade so die (sehr geringen) Bioauflagen erfüllen (oder wenigstens die Prüfer davon überzeugen). Es scheint immer mehr zum Trend zu werden sich Fleisch schicken zu lassen. Vielleicht wirst du da auch fündig.

      Mein Genick hängt übrigens nur noch auf halb acht. Ich musste über 2000 Worte löschen, weil ich entweder dann noch mal ungefährt 5000 Worte hätte schreiben müssen um Kausalität halbwegs korrekt zu erklären oder einfach ein Philosophiestudium mit Schwerpunkt Wissenschaftstheorie hätte voraussetzen müssen. :D (Ich überlege auch, ob ich die Beiträge nicht vertausche um mir noch mehr Zeit zum Erlegen der Kcal-Bilanz zu geben. :/

      Beste Grüße Sascha

  5. Giuseppe at |

    Hi Sascha, Interessanter weise beschäftige ich mich mit dem hungergedanke seit ich seit 5monaten auf paleo umgestiegen bin. Oft habe ich direkt nach dem essen wieder so ein Hungergefühl, dass ich aber getrost ignorieren kann. Der richtige Hunger, so nach 4-5 Stunden ist echt heftig. Da bekomme ich Krämpfe und manchmal auch Schwindel. Dafür habe ich aber eine notration Nüsse oder auch Banane in griff weite. Deine denkphase beneide ich,da ich beruflich sehr eingespannt bin und wenn ich nach Hause komme mein kleiner Sohn auf mich wartet.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Hast du schonmal probiert die Fastenphase mit Kokosöl zu zu überbrücken? Allerdings kann es natürlich sein, dass du beruflich schon so unter Stress stehst, dass intermittierendes Fasten schon zu viel wäre.

      Eigentlich habe ich sowas wie Freizeit bis Sonntag nicht. Allerdings kann ich mir meinen Tag mehr oder weniger frei gestalten. Das macht eine so strenge Reglementierung, wie bei mir, natürlich leichter.

  6. Giuseppe at |

    Bin für IF einfach noch nicht so weit. Bin gerade sehr zufrieden mit meiner jetzigen Ernährung und Lebensstil. Meine Familie unterstützt mich sehr dabei! Bleibe gespannter Leser deines Blogs, weiter so!

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Gute Entscheidung. Viele probieren irgendwelche Sachen aus, ohne zu prüfen, ob das auch wirklich FÜR SIE gut ist.

      Danke für die netten Worte.

  7. Konami at |

    Hey,

    laut dem bulletproof coffee ist man ja mit MCT-Öl besser dran als mit Kokosöl – eben weil wohl mehr MCT drin sind -> warum empfiehlst du trotzdem Kokos? Wegen dem Preis, oder ist der Effekt kaum unterschiedlich?

    Verhindert die Butter und das Kokosöl eigentlich die Aufnahme von anderen Stoffen – Ich würde diesen Tee als Frühstücksersatz gerne ausprobieren, aber ich muss beruflich bedingt früh trainieren, das heißt ich kriege auch maximal 30 min zwischen Butter und Kokosfett und Creatin und BCAAs im Training

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich empfehle Kokosöl, weil es ein Naturprodukt ist, während MCT-Öl genauso wie Proteinpulver oder Zucker „gereinigt“ ist. Ich daher würde ich einfach mehr Kokosöl nehmen, wenn man mehr MCTs haben will.

      Ja, die Aufnahme wird gehemmt. Das ist übrigens auch ein erhebliches Problem bei Studien um die PWO. Je weniger man beim Training gefastet ist, desto weniger wichtig wird diese. Das spielt auch keine wesentliche Rolle, denn entweder fastest du nach dem Training und dann hast du über evtl. weitere BCAA-Gabe einen konstante Versorgung (ala LeanGains) oder du isst ziemlich zügig danach und dann bist du sowieso versorgt, solange du BCAA-reich isst (tierisches Protein).

      Der ermüdungslindernde Effekt ist meines Wissens auch nur bei Trainingsanfängern nachgewiesen und bei länger Trainerenden verschwindet dieser.

      Ich würde mir also keine Gedanken darum machen.

      Beste Grüße
      Sascha

  8. anna at |

    Hallo Sascha, ich hab in letzer Zeit fleissig in deinem Blog gelesen und viele hilfreiche Infos gefunden. Was mir bei dem Artikel über Susanne noch an Infos fehlt ist: Was ist ihr Ziel? Will sie abnehmen? Oder nur die Fitness verbessern?

    Wenn Sie nicht abnehmen will, wieso fastet sie? Hilfreich für mich wäre eine kleine Übersicht am Anfang des Artikels (zwischen „Über Susanne“ und „Montag“) mit den Kernelementen, die du für die vorschlägst.

    z.B. Vorschläge -> Ziele – 2 mal pro Woche für x Stunden fasten -> zur Verbesserung der Regeneration (?) – 2 mal pro Woche xyz-Sport -> Zuwachs Muskelmasse – 1 pro Woche Schummeltag – erhöhte Kalorienzufuhr mit mehr Fett, weniger KH -> Fettabbau oder so.

    Da drunter würde dann ausführlich die Beschreibung der einzelnen Tage folgen.

    Viele Grüße Anna

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Hallo Anna,

      habe ich dich richtig verstanden, dass dir die Funktion der einzelnen Komponenten fehlt? Das war auch nicht mein Ziel mit diesem Artikel. Ich wollte mit diesem Beitrag illustrieren, dass Improved Eating kein Konzept ist, was lediglich auf Sportler wie mich anwendbar ist. Ich wollte vor allem gegen mich kontrastieren und zeigen, dass man seine Ernährung so gestalten kann, dass man sie ungefähr mit seinem Leben auf einer täglichen Basis abstimmen kann, ohne so zu planen, wie ich es normalerweise mache.

      Susanne hat kein konkretes Ziel. Sie soll bloß als Schablone für einen Lifestyle erhalten. Es geht bei ihr nur um die grundsätzliche Erhaltung ihrer Gesundheit und Robustheit. In Konsequenz muss sie dafür progressives Krafttraining machen. Die Kraftziele, die man dabei verfolgen muss, solange man nicht autoreguliert trainiert, sind aber nur nebensächlich. Es sind künstliche Ziele um den Effekt des Krafttrainings zu maximieren. Ganz so, wie ich bestimmte Kraftziele in der Kniebeuge vorschlage, wenn jemand eine Frau ihre Figur verbessern will.

      Während ich beständig Ziele habe und immer auf etwas hinarbeite, hält sie es nur mit prinzipiellen Prinzipien und Methoden. Susanne isst hier auch noch kein Organfleisch wie Leber oder Niere. Das sind so ziemlich die nährstoffreichsten Lebensmittel, die wir zur Verfügung haben. Entspricht auch nicht wirklich ihren Zielen. Aber das wollte ich in diesem Beitrag illustrieren. Es geht um verbesserte Ernährung und nicht die perfekte Ernährung.

      Ich kann deinen Vorschlag verstehen und im Grunde fehlt hier noch eine Toolbox, welche deine Übersicht dann wäre. Ich tue mich allerdings schwer damit genaue und abgrenzbare Funktionen von einzelnen Werkzeugen zu machen.

      Beispiel Fasten:

      • Intermittierendes Fasten hat bei mir zu einer Erhöhung der Muskelmasse bei gleichzeitiger Senkung der Kalorien geführt. Über den Tag bin ich metabolisch effizienter geworden (Logischer Weise: Die Kalorienbilanz ist keine Erklärung dafür, aber natürlich im Ergebnis gültig)
      • Mein Ziel ist es meine Regeneration zu verbessern und meine Konzentration beim Arbeiten. Momentan habe ich einen langen Arbeitsblock völlig ohne Essen, so dass ich hier meine erhöhte Konzentrationsfähigkeit nutzen kann.
      • Andere wollen mit dem intermittierendem Fasten Fett abbauen.
      • Für einige ist das intermittierende Fasten sozial schwierig (zu Hause wohnen –> „Nein, Mama. Ich kann leider nicht das super leckere Essen, dass du extra für mich gemacht hast, zu mir nehmen. Ich muss noch 3h fasten.“), für andere ist es eine erhebliche Vereinfachung der Planung, weil man dann sich um weniger Mahlzeiten kümmern muss und den Morgen auch anders planen kann.
      • Manche machen intermittierendes Fasten um den ketogenen Stoffwechsel zu nutzen.
      • und vieles mehr.

      Von hier aus hätte ich zwei Möglichkeiten:

      1. Ich schreibe alle möglichen Funktionen des Fastens auf, was Zweck und Rahmen des Artikels verfehlen würde.
      2. Ich schreibe nur ihre Ziele in Bezug auf das Fasten auf, was falsch ist, weil Fasten eine ganze Reihe von Effekten hat, die auch mit anderen Maßnahmen in Zusammenhang stehen.

      Für mich stellt sich die Sache sehr komplex dar, weswegen ich mich mit einer so einfachen Übersicht schwer tue.

  9. Anna at |

    Danke, für die ausführliche Antwort! Ja, deinen anderen Artikeln konnte ich entnehmen, dass sich Fasten oder Erhöhung der Kohlenhydrate o.ä. bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich auswirken; auch, dass Fasten für den einen Freiraum, für den anderen jedoch Stress bedeuten kann.

    Daher finde ich deine Herangehensweise, keine festen Vorgaben zu machen, sondern Dinge auszuprobieren sehr gut. Dadurch lernt man seinen Körper besser kennen und das Frustpotential sinkt (Wieso hat der mit der Diät abgenommen und ich nehme zu?).

    Für mich persönlich fehlte jedoch das Bindeglied zwischen den fachlichen Erläuterungen und dem Beispiel von Susanne. Gerade weil Fasten untersch. Effekte haben kann, konnte ich nicht erschließen, was Susanne genau bezweckt.

    Mit deinen Erläuterungen kann ich jetzt nachvollziehen, dass Susanne das Ziel der Erhaltung ihres Zustandes hat.

    Planst du noch weitere Beispiele z.B. für Schichtarbeiter, für Übergewichtige, für Mütter nach der Schwangerschaft, zum Muskelaufbau, für Vegetarier?

    Die Idee mit der Toolbox finde ich gut. Auch wenn diese dann nur speziell für die jeweilige Person gelten würde. Wie flexibel dein System trotzdem ist erkennt man auch daran, dass S. den Fastentag spontan am Dienstag einlegt, da sie an dem Tag keinen Stress hat.

    Ich überlege gerade, wie so eine Toolbox aussehen könnte. Wahrscheinl. zerschießt mir das Formular hier wieder die Absätze, daher stell dir das Ganze einfach in Tabellenformat vor:

    Übersicht Intermittierendes Fasten //

    Vorteile // Fettabbau schnellere Regeneration Kalorieneinsparung konzentriertes Arbeiten …

    Nachteile // ggf. Stress wg. Hunger (-> Kokosöl ausprobieren) sozialer Stress wg. Mahlzeiten (-> Schummeltag) …

    //Toolbox Susanne // Ziel: Erhalt der Gesundheit, Energie

    was: intermittierendes Fasten warum: um die Konzentration zu erhöhen, Regeneration wie: max. 2 Tage, wenn sie entspannt ist

    was: kleine KH-Gaben warum: zur Regeneration nach dem Sport wie: 30 g KH als Obst

    was: Schummeltag warum: Entspanntes Essen mit Anderen, wg. Fasten wie: …

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Wenn sich weitere Beispiel ergeben, dann natürlich. Ich habe aber immer Sorge, dass diese Beispiel als Blaupause aufgefasst werden. Wenn ich ein Beispiel für einen Schichtarbeiter beispielsweise gebe, dann sehe ich die Gefahr, dass einige Leser denken „Ah, das ist also das beste Improved Eating für Schichtarbeiter“. Beispiel sollen nur eine Möglichkeit illustrieren.

      Wenn ich es recht überlege ist die Toolbox auch nur ein Zwischenschritt hin zu bestimmten Prinzipien. Es ist oft ein einfaches Wenn-Dann: Wenn hoher Stress, dann weniger Fasten und weniger Bewegung. Daraus ergibt sich dann, dass man besonders als Frau (schlechtere Stressantwort auf Nahrungsknappheit) nicht Fasten sollte.

  10. Florian at |

    Hallo Sascha,

    mir hat dein Artikel wirklich gut gefallen und ich möchte mich an einer allmählich länger werdenden Fastenzeit probieren.

    Die Flexibilität, die Susanne an den Tag legt finde ich toll, denn genau das hat mir bisher in so vielen Beiträgen über gesunde Ernährung gefehlt.

    Allerdings würde ich mich auch darüber freuen, wenn du weitere Beispiele bringen würdest. Wie die dann vom Einzelnen aufgefasst werden kannst du ja selbst wenig beeinflussen. Da würde ich jedem schon genug Selbsteinschätzung zusprechen.

    In meinem konkreten Fall ginge es z.B. um den Einzelhandel mit Arbeitszeiten zwischen 9 und 20 Uhr, einer ordentlichen Strecke pro Tag auf den Beinen, das Heben von Kisten und Drücken von Tischen. Leider – wie ich finde – werden zu oft nur Freiberufler oder Büromenschen beleuchtet. Die große Gruppe, die im Verkauf tätig ist wird fast nie direkt angesprochen.

    Vielleicht gibt dir das ja die Anregung zu einem neuen Artikel, ich freue mich in jedem Fall über eine Antwort!

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Florian,

      danke für die netten Worte.

      Ich schreibe den Beispieltag eines aktiven Menschen mal auf meine Liste.

      Viele Grüße
      Sascha

    2. Florian at |

      Hallo Sascha,

      vielen Dank dafür!

  11. Nick at |

    Die Artikel hier gefallen mir sehr gut. Vorallem das du das über Prinzipien regelst und nicht über strikte Regeln. Es gibt ja diesen sagenumwobenen Standard Menschen nicht. Ein Lob für die tollen Artikel!

    Um mal die abschließenden Fragen zu beantworten: 1. Ich ernähre mich regional/saisonal zur Zeit heißt das jede Menge Kohl(auch Sauerkraut), Knollen, (Wild-)Fleisch und Äpfel :D ergänzend esse ich gerne selbstgesammelte Wildkräuter letzte Woche gab es Scharbockskraut, Ackersalat Brunnenkresse und Ampfer. Ansonsten pass ich meine Essgewohnheiten noch an meinen Alltag an, ganz ähnlich wie in deinem Beispiel. Bei viel Sport gibt es viel Fleisch oder Fisch. Lasse generell das Frühstück ausfallen, es sei denn es ist Wochenende, da gibt es dann meist nur Frühstück. Innereien (jede Art) gibt es 1-3mal die Woche. Mein Sportpensum ist zur Zeit bei 4mal Krafttraining 1mal Laufeinheit mit Übungen (Trimm-Dich-Pfad). Werde aber im Frühjahr wieder mehr Richtung Zirkeltraining gehen. Ich fahre sehr gut damit wenig und selten Kohlenhydrate (außer jetzt im Winter viel Stärke durch die Knollen und Wurzeln) zu essen dafür ist mein Fettkonsum relativ hoch (Tee mit Butter ist bei mir auch drin). Die saisonale/regionale Essgewohnheit habe ich mir im Laufe des letzten Jahres angeeignet und fühl mich sehr gut damit, obwohl es manchmal hart ist wenn andere Leute die prallen, roten, italienischen und spanischen Paprikas essen, dafür freu ich mich um so mehr auf Sommer :) Jetzt habe ich auch Fragen. Wie stehst du zu saisonaler/regionaler Kost? Ist es überhaupt sinnvoll, da man beispielsweise jetzt im Winter recht einseitig isst. Ist es in deinen Augen sinnvoller die Vorzüge der (Konsum-)gesellschaft zu nutzen und sich möglichst reichhaltig das ganze Jahr über relativ gleich zu ernähren oder wie ich es versuche, sich auf die saisonalen Angebote zu beschränken?

    1. Eigentlich garnicht, es sei denn man ist mit Freunden/Familie essen aber das sehe ich als gut für die Seele. Gibt es manche Lebensmittel nicht weich ich eben aus, es gibt genug Alternativen selbst wenn es fasten ist.
    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Nick,

      danke für die netten Worte.

      Regionalität und Gesundheit fallen nicht immer zusammen. Regionalität ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Momente für die ökologische und ethische Verbesserung der Ernährung.

      In einigen Fällen kann das regionale Angebot auch nicht das „natürliche“ regionale Angebot repräsentieren. Das heißt, dass die Saisonalität des Nahrungsangebots durch unsere Technologie etwas verwässert wird. Sauerkraut ist beispielsweise nicht „paleo“. Das soll nicht heißen, dass Sauerkraut nun ungesund ist. Aber Saisonalität und Regionalität sind in der Moderne eben nicht so eng miteinander gekoppelt, wie es früher einmal ohne Technologie wie Lagerung war.

      Es kommt auf den Einzelfall an. Das, was ich mache, könnte ich durch ein rein regionales oder saisonales Angebot nicht realisieren. Für andere wiederum kann es eine große Bereicherung sein. Pauschal kann ich dazu nichts sagen.

      Viele Grüße
      Sascha

  12. Nick at |

    Hallo Sascha,

    das mit der Gesundheit, das stimmt. Zurzeit wäre es ja regional viel Kartoffeln zu essen, jedoch gibt es diese ja erst seit man Amerika kennt und wie zuträglich diese der Gesundheit sind, ist ja ebenfalls umstritten. Ganz „paleo“ kann man heutzutage doch sowieso nicht leben, es sei denn man geht jagen und sammeln. Die meisten „Paleoaner“ gehen jedoch im Supermarkt sammeln und jagen, kennen größtenteils garnicht das wirkliche Angebot (was übrigens trotz der ausgeräumten Kulturlandschaft garnicht soo klein ist). Paleo war für mich der Anfang und es war eine sehr gute Erfahrung, doch nach und nach hab ich mich eben in eine etwas andere Richtung entwickelt. Eben naturbelassen, soweit es geht regional/saisonal. Wie du sagst verwässert das heutzutage schon, aber so die Richtung passt dennoch, auf dem Markt kann man immer nachfragen, ob es Freilandgemüse gibt und kann dieses den Gewächshäusern vorziehen. Jedoch ist das ja alles eine rein persönliche Entscheidung und ich denke es ist wichtiger seine Ernährung zu reflektieren und den persönlichen Vorzügen anzupassen als stumpf eine „Ideologie“ zu verfolgen. Daher finde ich deinen Blog hier auch sehr lesenswert.

    Danke für deine Antwort und ein schönes Wochenende!

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich würde es auch nicht zu weit treiben. Alles kann zu einer Götze werden. So auch Regionalität und Saisonalität. Meine Beobachtung ist es, dass gerade in in der Gemeinde der Paleos einfach viele neue Götzen ins Leben gerufen werden. (Ich erwische auch mich dabei)

      Gerhard hat einen sehr guten Kommentar zu Regionalität und ihre Grenzen geschrieben (In Bezug auf Ökologie).

      Zur Steinzeit wäre es jetzt ganz schön bitter Kartoffeln (oder Wurzeln) auszugraben. Die wären nämlich eingefroren. :)

  13. Nick at |

    Nicht nur Götzen, ich sehe auch viel Kommerz, das hat nichts mehr mit Paleo zu tun. Da sieht man Dollars, und nicht den Versuch eine nachhaltige Ernährung und Lebensweise zu gewährleisten. Daher weigere ich mich auch meine Art und Weise paleo oder sonst wie zu nennen. Schubladen denken führt gerne zu Dogma und Fanatismus. Denke das ist aber ein grundsätzliches Problem, liegt ja am Menschen und nicht an Paleo ;) Wobei da muss ich Recht geben ab und zu erwischt man sich selbst, beim Recht haben. Der Kommentar ist wirklich gut, regt zum nachdenken an.

    Ein Glück haben wir heute Möglichkeiten zur Lagerung. Deshalb hol ich meine Kartoffeln aus dem Keller ;) und das Sauerkraut steht im Wohnzimmer.

    Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und die der heutigen Zeit ist wohl eher das Nein sagen und auch mal weniger zu nehmen, als sich Gedanken machen zu müssen zu verhungern oder zu erfrieren.

    Reply

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