24 Reaktionen

  1. Anna at |

    Hi Sascha, ein toller Artikel, der sehr zum Nachdenken anregt.

    Ich fange erst mal mit den Fragen an:

    „Denken Sie mehr als 3 Stunden am Tag über Ihre Ernährung nach?“ Nein, dadurch, dass ich mit dem intermittierenden Fasten angefangen habe, esse ich das erste mal um 13 und dann das letzte Mal gegen 17 oder 18 Uhr. Abgesehen von der Essenszubereitung und dem Einkaufen und wenn ich mal Hunger habe, beschäftige ich mich meist nicht mit Essen. Ab und zu lese ich im Internet oder in einem Buch etwas über Ernähung. Ich bin noch dabei meine Ernährung zu optimieren, aber wenn das durch ist, gehe ich davon aus, dass ich mich mit anderen Sachen beschäftigen kann. Ich trage auch nicht detailliert in eine App o.ä. ein, was ich grammgenau gegessen habe, um meine Kalorien und Nährstoffe zu überprüfen. Das wäre mir zu mühsam. Früher habe ich definitiv mehr übers Essen nachgedacht und mehr Zeit damit verbracht, zu essen. Während der Arbeit habe ich schon überlegt, was ich nach Feierabend zu Naschen einkaufe, um es mir abends bei einer DVD reinzustopfen.

    „Planen Sie Ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus?“ Nö, ich gucke, was es so im Angebot gibt und worauf ich Lust habe (in einem bestimmten Rahmen… kein Fleisch, kein Fisch, kein Getreide, keine Hülsenfr., kein Soja, keine Milchprod. manchmal Eier, wenig Obst – äh, also hauptsächlich Gemüse). Oder ich überlege, ob ich Lust habe mal essen zu gehen und freue mich dann schon darauf (dabei achte ich aber darauf, was ich esse). Sollte ich aber in der Zukunft merken, dass ich schlapp oder krank werde, dann werde ich gegensteuern und ggf. bestimmte Lebensmittel wieder zu meiner Ernährung hinzufügen.

    „Ist Ihnen der ernährungsphysiologische Wert Ihrer Mahlzeit wichtiger als die Freude an deren Verzehr?“ Nein, das würde ich nicht lange durchhalten. Immerhin schmeckt mir das, was ich so zusammenkoche. Durch das intermittierende Fasten kann ich meine Kalorien auf zwei Mahlzeiten aufteilen. Manchmal habe ich eher Schwierigkeiten genug Kalorien zu essen. Früher hatte ich nach einer Fressattacke mit Gebäck u.a. immer noch Hunger, obwohl in meinen Magen nichts mehr reinpasste. Heute esse ich Gemüse und bin pappsatt.

    „Hat die Steigerung der angenommenen Lebensmittelqualität zu einer Minderung Ihrer Lebensqualität geführt?“ Nein, hat sich verbessert. Bin beweglicher geworden, hab kaum Heisshunger. Verbringe weniger Zeit mit Essen.

    „Sind Sie in letzer Zeit strenger mit sich geworden?“ Ja, das ist auch gut so. Aber ich bin auch liebevoller mit mir ;-) Steigert sich Ihr Selbstwertgefühl durch gesunde Ernährung? Hmh, meine Stimung ist besser, und wenn ich das Gefühl habe, ich nehme ab, fühle ich mich auch besser.

    „Verzichten Sie auf Lebensmittel, die Sie früher gerne gegessen haben, um nun „richtige“ Lebensmittel zu essen?“ Ja. Ich liebe alles mögliche aus Getreide.. Apfelstrudel, Nougatringe, belegte Brötchen. Aktuell kann ich aber gut darauf verzichten, erstaunlicherweise. Ich hab aber Angst, dass ich, wenn ich emotional eine beschissene Phase habe, wieder in das alte Essverhalten zurückfallen könnte. Als ich dicker war, war meine Lebensqualität schlechter als jetzt, und ich hoffe, sie verbessert sich weiter.

    „Fühlen Sie sich schuldig, wenn Sie von Ihrer Diät abweichen?“ Hmh, wieso sollte ich abweichen? Neulich hatte eine Kollegin Muffins mitgebracht wg. Geburtstag. Ich hab reingebissen, es hat nicht geschmeckt, und ich habs ins Klo gespuckt. War stolz auf mich ;-) Wenn es geschmeckt hätte, hätte ich mich vielleicht ein bisschen schlecht gefühlt. Aber dann hätte ich es wenigstens genossen. Ich liebe die 80/20-Regel von Pareto (kann man wunderbar auf alles mögl. anwenden). Wenn ich früher eine Diät angefangen hab und dann was Verbotenes genascht hab, hat das meist zum Abbruch der Diät und einer Fressattacke („Jetzt ist eh alles egal.“) geführt. Ich hab gelernt, dass man nicht von einem Stück Kuchen zunimmt, und man wird nicht krank, wenn man mal was Ungesundes isst. Krankmachend sind dagegen Verbote.

    „Haben Sie durch Ihre Essensgewohnheiten Probleme auszugehen und distanzieren Sie sich dadurch von Freunden und Familie?“ Probleme beim Essengehen? Nein, es gibt so viele vegetarische Restaurants o.ä. Auch andere Restaurants haben vegetarische Menüs. Von meiner Familie bin ich sowieso schon distanziert (ausser meiner Schwester). Ich habe seit mehreren Jahren niemanden mehr aus meiner Familie gesehen, selbst bei den Beerdigungen meiner Großeltern war ich nicht. Ich bin jetzt einiges dicker, als sie mich das letzte Mal gesehen haben. Mein Gewicht war früher immer schon ein großes Thema, und ich will die Blicke heute nicht ertragen. Wahrscheinlich würden sie zu meinem Gewicht nichts sagen, aber ich weiss, wie sie darüber denken. Das ist schon stressig genug. Ich hätte mir gewünscht, dass man mir das Gefühl vermittelt, dass ich toll bin, unabhängig von meinem Gewicht. Dann wäre ich vielleicht nicht so dick geworden. Scham ist bei mir auch ein ganz großes Thema.

    „Fühlen Sie sich glücklich und unter Kontrolle, wenn Sie sich gesund ernähren?“ Ja, ich freue mich, dass mir das gesunde Essen scheckt und ich mir die Mühe mache extra zu kochen (eine Tüte Chips aufreissen wäre leichter).

    Bin ich laut der Fragen orthorektisch? Naja, ich hab eine bulimische und Bingeeating-Tendenz. Wenn ich zurückdenke, hat sich das immer weiter gesteigert, weil ich mich selbst so unter Druck gesetzt habe, abzunehmen. Jetzt will ich immer noch abnehmen, gebe mir aber mehr Zeit und strebe auch nicht mehr an, total schlank zu werden (Ende des Jahres will ich mehrere Monate durch Asien reisen, bis dahin möchte ich noch fitter werden). Orthorektisch wäre ich meiner Meinung nach, wenn ich nicht verreisen würde, weil ich nicht sicher sein kann, dass ich bestimmte Lebensmittel dort vor Ort bekommen würde.

    Orthorexie heisst laut der Definition, auf die Qualität des Essens zu achten. Hallo? Was ist daran ungesund? Auch, sich Regeln aufzuerlegen finde ich nicht ungesund. Wenn ich keine Regeln hätte, würde ich wahrscheinl. nur Döner und Eis essen. Was für mich orthorektisch wäre, ist das Kriterium, dass man sich bei Regelverletzungen umso stärker bestraft. Ich denke es ist Einstellungssache, wie man mit Fehlern umgeht. Da ich nicht allzu perfektionistisch eingestellt bin und mir auch Fehler erlaube, sehe ich da kein Problem.

    Du hast an anderer Stelle geschrieben, das du dir nichts verbietest, sondern andere Überzeugungen entwickelt hast. Das finde ich sinnvoll, und es ist vor allem langfristig erfolgreich.

    Ich selbst denke aber manchmal, dass ich aufpassen muss, denn es sind aktuell nur noch wenig Lebensmittel übriggeblieben, die ich esse. Da ich aber derzeit noch Informationen sammele und bewerte, wird sich das zukünftig vielleicht wieder ausweiten. Mein Problem bei der Bewertung ist: Z.B. Ich kann nicht einschätzen, wie relevant die Schwermetallbelastung bei Fischen ist. Kann man das vernachlässigen? In welcher Relation steht es zu anderen Dingen? Was hat einen großen Effekt, was einen kleinen? Ich finde sehr gut, dass du keine Zahnpasta mehr wg. der Giftstoffe nutzt, andererseits wundere ich mich, dass du Leber isst. Meinen Informationen nach werden da die ganzen Giftstoffe, die die Tiere aufnehmen, gespeichert. Welche anderen Informationen besitzt du, um so zu entscheiden?

    Viele Informationen sind für mich widersprüchlich. Die einen schreiben, Fleisch sei gesund (sind das Lobbyisten?), die anderen schreiben, wer kein Fleisch isst, lebt länger. Das Problem bei Studien ist, dass ich nicht weiss, wer sie in Auftrag gegeben hat und wie die Teilnehmer ausgesucht wurden. Dadurch kann viel manipuliert werden.

    Mit Improved Eating kann ich ausprobieren, ob es mir besser geht, wenn ich weniger Getreide esse, aber ich kann nicht ausprobieren, ob ich durch Fische zu viel Schwermetall aufnehme.

    Zitat von dir: „Das ist das Wesen von Disziplin. Sie haben nicht aufgegeben, obwohl sie keinen Erfolg gehabt haben.“ Da bin ich anderer Meinung. Ich sehe Disziplin nicht als Selbstzweck. Wenn ich merke, dass eine Strategie keinen Erfolg hat, dann versuche ich was anderes. Du hattest beschrieben, dass manche Menschen mit mehr Kohlenhydraten abnehmen und andere zunehmen. Disziplin wäre bei einer, für mich falschen Ernährungsweise, nicht hilfreich.

    Zu dem Gesprächsthema „Essen“. Ich finde es ist eine Zumutung, wenn andere Menschen das Ernährungsverhalten kommentieren. Bei einigen Leuten weiss ich, dass ich offen sprechen kann. Bei intoleranten Mitmenschen antworte ich einfach ausweichend, wenn Essen kommentiert wird: „Hab ich gerade keinen Appetit drauf.“ „Hatte eher Lust auf…“ „Das schmeckt mir nicht.“ „Das vertrage ich nicht.“ „Das macht mich müde.“ „Kriege ich Kopfschmerzen von.“ Wenn man übergewichtig ist, isst man sowieso ungern in der Öffentlichkeit. Die Blicke und Kommentare tragen nicht gerade dazu bei, die Nahrungsaufnahme zu entspannen. Auf eine Diskussion möchte ich mich aber nicht einlassen, da ich selbst nicht überzeugt bin von den Informationen, die ich habe. Vor 20 Jahren war man noch total überzeugt von der Low Fat-Diät, heute ist das Gegenteil aktuell. Daher finde ich dein Konzept so gut, denn es gibt keine vorgeschriebenes Muster, sondern man muss es selbst ausprobieren.

    „Siehst du Glaubenssätze und/oder Gewohnheiten, die im Widerspruch zu deinem Wunsch das richtige zu essen stehen?“ Gute Frage, da muss ich länger drüber nachdenken.

    Viele Grüße Anna

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  2. Dominik at |

    Bei mir war es ein lange Prozess, bis ich es aufgegeben habe mit anderen Leuten, auch im engeren Familienkreis, über Ernährung zu diskutieren.

    Der Zusammenhang mit der Gefährdung der sozialen Kongruenz war mir zwar bekannt. Aber es war mir nicht bewusst, welche Energie dahinter steckt.

    Ich ernähre mich, wie es mir richtig erscheint. Wenn das jemanden amüsiert, ist es halt so. Und wenn jemand ernsthaft nachfragt, kriegt er auch eine ernsthafte Antwort. Ansonsten gibt es eine humorvoll ablenkende Antwort.

    Noch bin ich nicht soweit, die Hundestrategie anzuwenden: Wenn jemand meinem Hund ein Leckerli geben will, sag ich, der Hund hätte dauerhaft Magenprobleme. Das funktioniert relativ langfristig – auch bei älteren wohlmeinenden Damen. Alle anderen richtigen Gründe werden selten ernstgenommen.

    Gruß

    Dominik

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Man muss nur wissen, welcher Typ man in Bezug auf das Soziale ist. Ich bin ein typischer Klassenclown und Aufrührer. Ich mag es, wenn ich nicht so richtig dazugehöre. Viele Menschen denken leider, dass ihnen egal ist, was andere denken. Doch wenn es das nicht (was an sich völlig ok ist), dann sollte man das auf keinen Fall verleugnen. Dann gerät es zur Hysterie (Alltagswort, ich unterstelle keine Krankheit).

  3. Felix at |

    Finde es erstaunlich, dass eine „maximal Gesunde Lebensweise“ als Zwang zu bezeichnen ist. Alles andere ist doch selbstzerstörerischer Wahnsinn…auch wenn ich dem selbst gelegentlich nachgehe :-)

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Zwang ist ja erstmal nichts Schlimmes. Ich bin auch gezwungen zu atmen. Man muss immer gucken, woher der Krankheitsbegriff kommt. Körperliche Gesundheit kann auch mit hohen psychischen Kosten einhergehen (Isolation, Rechtfertigungszwänge usw.)

  4. Jan at |

    Moin Moin :)

    mal wieder ein super Artikel, wirklich! Deine Denkanstöße und Tipps/Ratschläge/Erfahrungsberichte bei der Kommunikation mit anderen sind wirklich klasse. Bitte mehr davon, da sie echt hilfreich sind.

    Ich bin definitiv orthorektisch – und ich denke, das sollte auch die Regel sein, denn in der (freien) Tierwelt sieht es nicht viel anders aus.

    Ich habe aber auch mit der Zeit begriffen, dass es in den meisten Fällen keinen Sinn macht, anderen Leuten die eigenen Essgewohnheiten näher zu bringen oder im Detail zu begründen. Ich habe das Gefühl, dass viele sich persönlich angegriffen fühlen, wenn ich ihnen mitteile, dass ich Vegetarier bin. Jeder Mensch geht ja grundsätzlich davon aus, etwas gutes zu machen – ansonsten würde der Mensch es ja nicht machen. Wenn ich aber etwas anders mache, als mein Gegenüber, dann muss nach Ansicht vieler einer von beiden etwas falsch machen. Da der Mensch dazu neigt, sich selber positiv zu bewerten, wird meistens der andere als „falsch handelnd“ eingestuft und falsches Handeln wird nicht gern in einer zusammenlebenden Gesellschaft hingenommen.

    Wenn ich dann noch anfangen muss, zu erklären, dass ich nicht nur vegetarisch, sondern auch noch paleo lebe, dann nimmt das gar kein Ende mehr. Neben den Fragen, was mir dann noch übrig bleibt an Essen, muss ich mir oftmals anhören, dass das doch nicht mehr gesund ist oder übertriebener Lifestyle.

    Ich kann eigentlich keine so großen Widersprüche bei mir festmachen bzgl. dem was ich gerne essen möchte und dem was ich für gesund halte. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Cheatday in den meisten Ernährungsplänen oft für Müll halte. Klar, in Phasen, in denen bewusst ein Kaloriendefizit eingebaut wird (Bodybuilding), braucht man den Cheatday um den Stoffwechsel anzutreiben. D.h. dann wird die aufgenommene Kalorienmenge erhöht, aber ist das ein Grund, seine Essgewohnheiten für einen Tag abzulegen? Wenn meine grundsätzliche Ernährung mich dazu treibt, einen Schummeltag einzubauen und dieser Tag oftmals schon Tage vorher herbeigesehnt wird, dann stimmt etwas mit der grundsätzlichen Ernährung nicht. Cheatdays sollten nur dann stattfinden, wenn es die Situation nicht anders zulässt.

    Gruß,

    Jan

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      In der Tierwelt Orthorexie? Kannst du das ausführen?

      Den Schummeltag halte ich für ein nützliches Mittel um auch andere Dinge als Gesundheit in der Ernährung zuzulassen. Bei mir sind es vor allem soziale Dinge. Mein Schummeltag ist der Tag, an welchem ich meine Mutter besuche und es für sie ist es nach den Jahren immer noch abgefahren, dass ich keine Getreideprodukte esse. Wenn ich dann auch noch meine übliche Strenge in der Auswahl durchsetze, dreht sie durch. Außerdem ist es für mich schön, wenn ich wenige Ernährungsentscheidugen nach Geschmack und nicht nach Gesundheit treffe. Mein Schummeltag ist nicht im Bereich der Ernährung Entspannungstag und daher versuche ich hier Urlaub von der starken Gerichtetheit meines Lebens zu machen um frische Entscheidungsenergie zu tanken.

    2. Jan at |

      Die Bezeichnung „Orthorexie“ steht für ein bestimmtes Krankheitsbild, aber ob etwas „falsch“ oder „krankhaft“ ist, ist auch immer abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. Der Begriff ist der Ausdruck für ein bestimmtes Verhalten (fernab davon, ob gut/schlecht oder richtig/falsch). D.h. unterm Strich bleibt erst einmal nur das Wort: orthos = richtig, und orexie = Begierde.

      In der Tierwelt hat jedes Tier auf ganz natürlicher Weise eine richtige Begierde, sprich den Appetit auf artgerechtes Futter. D.h. der Löwe frisst Fleisch, das Gnu frisst Gras. Keiner würde dieses Verhalten als krank bezeichnen.

      Krankhaft wird ein Verhalten beim Menschen bezeichnet, wenn es sich „störend“ auswirkt. Da stellt sich doch eher die Frage, was stört jetzt – die Gesellschaft (das Vorherrschende) oder das Individuum (das Vorherrschend-störende)?

      Beispiel 1: Ständiges Denken an Essen ist in der Tierwelt normal. Erst mit dem Ackerbau und dem Kühlschrank etc. ist so ein Denken für den Menschen nicht mehr notwendig zum Überleben. Wird aber bei Orthorexie als Kriterium aufgeführt. Das Vorherrschende (also Situation heute: das nicht-ständige Denken an Essen, wird von dem ständigen Denken an Essen gestört).

      Beispiel 2: Die negative Auswirkung auf die Lebenssituation wie zum Beispiel der Verlust von Freunden (=Soziale Isolation). Dieses Phänomen tritt aber immer auf, wenn jemand etwas anders macht, als die Gruppe. Sei es bei der Ernährung (Umstellung auf Paleo, vegetarisch, vegan) oder beim Sport (ambitionierter Sportler (Leistungssportler) leiden häufig unter dem Verlust von Bezugspersonen). In der Tierwelt passiert so etwas nicht, da diese Kriterien (artgerechte Ernährung, sportliche Fitness) zum Überleben notwendig sind und sich gegenseitig beeinflussen.

      Ein schlechtes, aber bildliches Beispiel: Würde ein einzelner Löwe in der Gruppe anfangen nur noch Gras zu fressen, würde er von der Gruppe isoliert. Er beteiligt sich nicht mehr an der Nahrungsbeschaffung und wäre auch nicht im körperlichen Zustand dies zu machen. In unserer Gesellschaft ist das ganze nur andersherum: die Meisten essen Chips, Schokolade usw. und ernähren sich nicht artgerecht. Da aber die Meisten das machen, ist es einfach zu sagen, dass die Minderheit sich falsch verhält. Der Mensch geht in der Regel davon aus, dass er das, was er macht, richtig macht. Machen andere es anders, müssen zwangsläufig diese dann es falsch machen.

      Ob also das Verhalten, dass hinter dem Begriff Orthorexie, wirklich krankhaft ist, liegt im Auge des Betrachters. Den Wunsch sich artgerecht zu ernähren und ein dementsprechendes Verhalten finde ich nicht falsch. Daher ist für mich Orthorexie zunächst einmal keine Krankheit.

    3. Sascha Fast at |

      Ein Teil deiner Argumentation läuft in die Falle des naturalistischen Fehlschlusses: Nur weil etwas in der Welt vorliegt, heißt es auch nicht, dass es so sein soll. Ein alternativer Schluss könnte auch ein, dass die Tierwelt eben orthorektisch und psychisch krank ist. (Sie hätten keine Wahl und diese psychische Krankheit wird positiv selektiert)

      Beim Begriff Orthorexie geht es ja immer um die Kosten. Wenn ich mich nach einfachen Regeln einfach paleo ernähre, sind die Kosten erstmal nicht so groß. Wenn ich aber in absoluter Perfektionierung Freunde und Familie aufgebe, sind die Kosten gigantisch und in Summe dem Leben vielleicht nicht zuträglich (Liebe und Bindung sind statistisch gesehen übrigens wichtiger als jeder andere Faktor für Gesundheit und Langlebigkeit).

      Der Punkt mit der Minderheit ist natürlich wichtig um zu verstehen, wie die Zuweisung von Krankheit und Gesundheit funktioniert. Ein Arbeitgeber wird dich als krank bezeichnen, wenn du deine Arbeit nicht in seinem Sinne verrichtest. Wenn du eine Stelle hast, in welcher dir keine Pause gestattet ist (was übrigens in vielen Jobs üblich ist), du aber darauf bestehst, dann ist der Verweis auf dein unangemessenes Verhalten wahrscheinlich. Wenn du durch dein Verhalten und die Überzeugung, dass es richtig ist, die Normalität deine Mitmenschen angreifst (z.B. Gemüse statt Schokolade beim Filmabend), kann ebenfalls ein derartiger Vorwurf kommen. In beiden Fällen hat das aber nichts mit deinem Leiden zu tun. Deswegen ist es ja so wichtig auseinanderzuhalten, aus welcher Richtung der Begriff verwendet wird. Sozial, moralisch, psychologisch… geht es um dein Leiden, fremdes Leiden oder vielleicht auch nur um unser Bruttosozialprodukt.

  5. Anna at |

    Du hast gefragt:“Siehst du Glaubenssätze und/oder Gewohnheiten, die im Widerspruch zu deinem Wunsch das richtige zu essen stehen?“

    Die Frage war für mich nicht einfach zu beantworten, weil mir aktuell keine Glaubenssätze einfallen, die meinem „richtig Essen“ entgegenstehen. Während ich dir andere Glaubenssätze zum Umgang mit anderen Menschen oder zu meinem Arbeitsverhalten, die kontraproduktiv sind, aufzählen könnte, kann ich dir in Bezug auf das Essen nur Glaubenssätze nennen, die ich für positiv halte. Sollte ich sie als nicht mehr sinnvoll erkennen, dann ändere ich sie ab oder ersetze sie.

    Woran liegt das? Bei der Arbeit oder im Umgang mit anderen Menschen läuft sehr viel Unbewusstes ab und manchmal erkenne ich erst hinterher, dass etwas nicht gut läuft. Beim Einkaufen und Essen bin ich aktuell sehr bewusst. Auch habe ich dort kaum Einflüsse von aussen, gegen die ich mich „wehren“ müsste. Es kann sich natürlich in Zukunft noch rausstellen, dass meine aktuellen Glaubenssätze negativ sind.

    Als veralteten Glaubenssatz würde ich z.B. nennen „Man muss den Teller leer essen.“ – „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.“

    Schwierigkeiten könnte ich bekommen, wenn ich eingeladen wäre und ich keine Lust hätte, zu erklären, wie ich mich ernähre und warum ich etwas nicht essen will. Aber ich könnte dies zum Anlass nehmen, zu üben mich abzugrenzen oder ich könnte langsam und wenig essen und ausprobieren und beobachten, wie mein Körper auf die Nahrung reagiert.

    Ansonsten sind meine Glaubenssätze zum Essen: Es muss mir schmecken und mich satt machen. (ich zwinge mir nichts rein, bloß weil es „gesund“ ist) Die Zubereitung sollte nicht zu aufwändig sein. (nicht so wie früher Zuhause, wo es einen Topf mit Kartoffeln, einen mit Gemüse und eine Pfanne mit Fleisch gab und hinterher noch Nachtisch – ich spüle nicht so gerne ;-)) Man sollte sich Zeit nehmen zum Essen und es genießen. Kleine Ausrutscher sind ok, denn zu strikte Regeln führen zum Abbruch der Ernährungsweise. Nahrung soll mir Energie geben und mich gesund halten.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Als kleiner Reflexionstrick:

      Formulier‘ die Glaubenssätze auch als Glaubenssatz. Dann lässt sich einfacher damit arbeiten und du kommst leichter in die tieferen Schichten:

      Anstatt „Die Zubereitung sollte nicht so aufwändig sein.“ lieber „Ich glaube, die Zubereitung hat keinen großen Platz in meinem Leben verdient.“ (Klingt härter, als ich eigentlich schreiben wollte)

      oder

      Anstatt „Man sollte sich Zeit zum Essen nehmen und es genießen.“ lieber „Ich glaube, dass Zeit und Genuss wichtige Aspekte der Mahlzeit sind.“

      Bei Ersterem fehlt die Glaubenskomponente (Ein Sollen kommt normalerweise von Außen) bei Zweiterem fehlst du völlig beim Glaubenssatz. Ein Glaubenssatz ist deine (=du) als wahr angenommene (=glauben) Beschreibung der Welt.

      Ich halte diese Art der Formulierung für gewinnbringend.

    2. Anna at |

      Hi Sascha, Danke für das Feedback. Es hat mir geholfen, meine Glaubenssätze nochmal genauer zu definieren:

      Ich glaube, dass meine Nahrung gesund sein UND schmecken muss.

      Ich glaube, dass man mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand gesunde und leckere Gerichte zubereiten kann.

      Ich glaube, dass Nahrungszubereitung Freunde bringt.

      Ich glaube, dass es gesund und entspannend ist, sich Zeit zum Essen und Genießen zu nehmen.

      Ich glaube, dass das zu strenge Einhalten von Regeln kontraproduktiv ist.

      Ich glaube, dass man gesund und schlank bleibt, auch wenn man mal von seinen Ernährungsregeln abweicht.

      Ich glaube, dass gesunde Ernährung flexibel ist und keine Schuldgefühle produziert.

      Findest du meine Glaubenssätze konstruktiv?

      Viele Grüße, Anna

    3. Sascha Fast at |

      Jetzt hast du beide Aspekte der Glaubenssätze in den Vorsatz gebracht. Der nächste Schritt ist es den Nachsatz zu gestalten. Bisher sind alle deine Glaubenssätze Aussagen über die Welt. Um an die nächste Schicht zu kommen, ist es sinnvoll, den Nachsatz so zu gestalten, dass er mehr mit dir zu tun hat und deiner Weise deine Welt zu gestalten (durch Wahrnehmung und vieles mehr. Zu wenig Platz um hier darauf einzugehen).

      Beispiel:

      „Ich glaube, dass man mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand gesunde und leckere Gerichte zubereiten kann.“

      Du nimmst dich im Nachsatz heraus und die Aussage wird so zur grundsätzlichen Aussage. Der folgende Satz

      „Ich glaube, dass ich mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand gesunde und leckere Gerichte zubereiten kann.“

      ist dagegen mehr auf dich zu geschnitten. Bei den Glaubenssätzen geht es viel mehr um dich als um die Welt. Für die einen ist die Welt ein grausamer und liebloser Ort. Man muss wachsam sein um nicht Beute zu werden. Für die anderen ist die Welt ein Ort voller Wunder, den es neugierig zu erkunden gilt. (Anmerkung: Klingt nach dem heutigen Kontrast zwischen Erwachsenen und Kindern) Die Welt ist immer gleich. Nur die Personen sind gleich und beide haben auf ihre Weise recht. Es geht nicht darum eine wissenschaftlich korrekte Abbildung der Welt in seinen Glaubenssätzen zu konstruieren. Vielmehr ist der Zweck solcher Übung zu verstehen, wie man seine eigene Welt konstruiert. Es geht um das Funktionieren und die Mechanik der eigenen Perspektive.

      Die Glaubenssätze, die du bisher beschrieben hast, würde ich als periphere Glaubenssätze beschreiben. Sie beschreiben, welche technische Umsetzung der Ernährung zu welchem Resultat führen. Ich gebe mal ein Beispiel für einen eher zentraleren Glaubenssatz:

      „Ich glaube, wenn ich nicht in allem der Beste bin, zählen alle meine Leistungen weniger.“

      Das ist einer der Glaubenssätze, der mich zu vielem befähigt, aber mir manchmal das Leben schwer macht. Ich bin kein Kraftsportler, sondern vielmehr ein Allrounder. In Konsequenz ist es selbstverständlich, dass es überall jede Menge Spezialisten gibt, die besser als ich sind. Jedes Mal, wenn ich mit so etwas konfrontiert werde, ist mein Ehrgeiz auf’s äußerste geweckt. Das ist das Positive. Ich schöpfe kreative Energie aus so etwas. Manchmal fällt es mir aber schwer mit vor Augen zu halten, dass ich im Einzelfall nicht so stark oder ausdauernd bin, es aber auch vielmehr darauf angelegt habe in einem großen Spektrum zu den oberen 10% (oder so) zu gehören. Wenn ich dann mit Spezialisten konfrontiert werde, die in ihrer Spezialdisziplin besser sind als ich, dann nagt es manchmal an mir. So hat es mich einige Mühe gekostet, dass ich in einem Disput über ein sprachphilosophisches Problem als Zweitsemestler einem Doktoranden, der in genau diesem Thema (es ging um einen Aspekt der Introspektion) promovierte, einen kleinen Schritt zurück lag. Das überlegene Lächeln meines Gegners hat mich dann wütend gemacht. Ich bin nach der Veranstaltung zum Dozenten gegangen und wollte wissen, wo mein Fehler lag (in einer mich selbst sarkastisch untergrabenden Weise). Er hat mich stark gelobt, gesagt wie gut er mich fand und er sich gewundert hat, warum ich aufgehört habe. Obwohl ich einem Graduiertenseminar (eigtl. nur für Masterstudenten und Doktoranden) einen Dozenten beeindruckt habe und fast gleichauf mit einem Doktoranden in seinem eigenen Thema debattieren konnte, bin ich am Ende mit dem Gedanken herausgegangen, dass ich nicht gut genug war. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich das schnell in produktive Handlungen umsetze, anstatt mich dann einfach in passiv-aggressiver Weise selbst zu bestrafen (Ich überlege, was ich tun muss um besser werden und mache das dann auch meist). Trotzdem macht es mir das Leben öfter mal schwer.

      Meine kleine Anekdote soll dir nur einmal demonstrieren, wie Glaubenssätze mit dir und deiner Welt interagieren. Ich habe mich als zu schlecht empfunden und diese Empfindung trotz gegenteiligen Feedbacks der Umwelt aufrecht erhalten. Glaubenssätze sind verrückt.

      Wichtig: Das, was ich schreibe, basiert auf meiner eigenen Interpretation von philosophischer Lebensberatung. Das ist kein NLP und schon gar keine Psychologie. Nimm‘ nicht alles sofort an, was ich sage.

      Beste Grüße
      Sascha

    4. Anna at |

      „Nimm’ nicht alles sofort an, was ich sage.“

      Ok, ich hab jetzt eine halbe Stunde gewartet;-)

      Wie soll ich auf so einen Satz reagieren? Das ist paradoxe Kommunikation. Naja, ich ignorier das mal. ;-) Wenn ich den Eindruck hätte, dass mir deine Infos nicht weiterhelfen, würde ich dir das sagen.

      „Vielmehr ist der Zweck solcher Übung zu verstehen, wie man seine eigene Welt konstruiert.“

      Ah, das erinnert mich an die Dekonstruktion von Begriffen bei Judith Butler. Das was ich beschrieben hatte, sind Ideale, die ich für mich persönlich anstreben möchte, bzw. mehr oder weniger schon umgesetzt habe: „Ich wähle meine Nahrung danach aus, dass sie gesund ist und mir schmeckt.“ (Das wäre wahrscheinlich der zweite Schritt gewesen… meine unbewussten negativen Glaubenssätze in konstruktive umwandeln).

      Also, noch ein Versuch… ich hab das mal unterteilt in verschiedene Bereiche:

      Von der Gesellschaft wird vermittelt:

      Dicke haben keine Selbstdisziplin und essen einfach zu viel.

      Dicke müssen bloß einfach weniger essen und ein bisschen Sport machen, um abzunehmen.

      Dicke sind nicht attraktiv.

      Essenanbieten gehört zur Gastfreundschaft.

      Angebotenes Essen weist man nicht ab.

      Dicke sind faul und dumm.

      Meine daraus entstandenen Glaubenssätze:

      Ich glaube, dass ich undiszipliniert und schwach bin, wenn ich mein Essverhalten nicht im Griff habe.

      Ich glaube, dass ich ab einem bestimmten Gewicht nicht mehr attraktiv bin.

      Ich glaube, dass ich schlank sein muss, um geliebt zu werden.

      Ich glaube, dass ich manche Menschen verletze, wenn ich von ihnen angebotenes Essen ablehne.

      Ich glaube, dass es mir in bestimmten Situationen schwer fällt angebotenes Essen abzulehnen, weil ich keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen möchte und nicht gezwungen sein will, mich erklären zu müssen.

      Ich glaube, dass manche Arbeitgeber und Kollegen mich auf Grund meines Gewichts vorverurteilen, und ich dadurch Nachteile habe.

      Ich glaube, dass mich manche Menschen freundlicher behandeln würden, wenn ich schlank wäre.

      Durch eigene Erfahrung erworbene Glaubenssätze:

      Ich glaube, dass das Thema „Essen“ für mich ein konfliktbesetztes und emotionales Thema ist, und das wird sich wahrscheinlich nie ändern.

      Ich glaube, dass Essen und mein Körper meine Privatangelegenheit ist. (Leider denkt nicht jeder so.)

      Ich glaube, dass ich, wenn ich mir zu viel Freiheiten beim Essen lasse, ich nicht mehr aufhören kann zu essen und zunehme.

      Ich glaube, dass mir „ungesundes“ Essen noch besser schmecken würde als „gesundes“ Essen, und ich mich manchmal bewusst dagegen entscheiden muss, etwas ungesundes zu essen.

      Ich glaube, dass ich vor anderen als Übergewichtige nicht genußvoll große Mengen oder „Ungesundes“ essen kann, weil ich Angst vor beschämenden Reaktionen habe.

      Ich glaube, dass ich es vielleicht/wahrscheinlich (?) nicht schaffe, nach dem Abnehmen mein Gewicht zu halten.

      Ich glaube, dass ich mein Leben lang Probleme mit dem Essen haben werde.

      Ich glaube, dass mich Essen entspannt.

      Ich glaube, dass ich manchmal esse, um mich unangenehmen Gedanken oder meinen Aggressionen nicht stellen zu müssen.

      Ich glaube, dass mich der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel unkonzentriert und noch hungriger macht.

      Ich glaube, dass Zucker süchtigmachend auf mich wirkt.

      „Glaubenssätze sind verrückt.“

      Ja, das blöde bei Glaubenssätzen ist, dass ich intellektuell begreife, dass die Einstellung nicht gut für mich ist, aber trotzdem fühlt sich der Glaubenssatz „richtig“ an. Es dauert oft lange, erstmal zu erkennen, dass ich einen unkonstruktiven Glaubenssatz habe und dann dauert es noch nochmal, bis ich in einer passenden Situation konstruktiv reagieren kann und nicht mehr nach dem alten unbewussten Glaubenssatz.

      Ich hatte ja vorher irgendwo geschrieben, dass ich denke, in Bezug auf das Essen keine negativen Glaubenssätze (mehr) zu haben. Äh, da hab ich mich ja dann geirrt. Merkwürdig, dass ich erst so lange wühlen musste, bevor ich was gefunden habe.

    5. Sascha Fast at |

      Die Paradoxie ist leicht aufzulösen: Ich will dich nur daran erinnern, meinem Schreiben kritisch gegenüber zu treten. Mehr nicht. :)

      Solcherlei Übungen sind ein meiner Meinung nach wichtiges Mittel um zum Kern der eigenen Persönlichkeit vorzudringen. Bei solchen Methoden gehe ich so vor, dass ich schrittweise die Sätze umformuliere oder dazu auffordere. Mit jeder Umformulierung erreicht man eine tiefere Schicht.

      Ein gutes Buch (aber mit viel NLP) ist von Anthony Robbins „Awaken the Giant Within“. Da findest du jede Menge Material, was in diese Richtung geht. Meiner Meinung nach ist das eine lange, lange, lohnende Reise.

      Dein großer Vorteil, ist meiner Meinung nach, dass du Ernährung als einen Teil von dir begreifst. Damit meine ich einen echten Teil von dir. Für die meisten Leute ist das ein Mittel zum Zweck oder Selbstdarstellung. Sie verkünden stolz, dass sie auf ihren Körper hören und er schon wisse, was er brauche. Dabei gibt es viele verschiedene Schichten und nicht selten vermittelt der Körper einem schlechte Signale, weil er in einer Umwelt ist, welche uns völlig von uns entgrenzt hat. Manchmal ist es auch einfach nicht der Körper, sondern die Psyche. Eine echte Verbindung von Körper und Ernährung und einem Gefühl dafür ist schlicht der Prozess der Selbsterkenntnis, den wir schon als Kinder hätten durchmachen müssen. Leider bringt es uns keiner wirklich bei.

    6. Anna at |

      Was auf den Seminaren von Anthony Robbins abläuft finde ich sehr befremdlich, Menschen emotional aufzuputschen, im Chor sprechen zu lassen…

      Beispiel eines anderen Seminaranbieters, der genauso arbeitet wie Robbins: http://www.nielshoven.com/2008/05/11/my-lgat-large-group-awareness-training-experience-millionaire-mind-intensive/comment-page-2/

      Robbins wird ab Absatz 2 erwähnt: http://beyondgrowth.net/personal-development/why-buying-things-isnt-self-help/

      Auch wenn das, was A. R. in seinem Buch schreibt hilfreich sein mag, so finde ich sein Verhalten unseriös und möchte das nicht unterstützen.

      Ich bin dagegen gerade dabei mit meinem Inneren Team zu arbeiten (http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=93). Da kann ich die Glaubenssätze, die ich neulich formuliert habe weiterverwenden und herausfinden, wie ich scheinbar entgegengesetzte Ziele miteinander vereinbaren kann, so dass ich mich nicht mehr selbst blockiere.

    7. Sascha Fast at |

      Robbins ist einer der Topdogs in den Bereich. Das ist der amerikanische Stil. Er arbeitet aber auch mit Hochleistern aus verschiedensten Bereichen zusammen.

      Den Link zu seinem Buch habe ich mal rausgenommen. Ist illegal.

      Deine Entscheidung ist richtig. Wenn du ein ungutes Gefühl bei Robbins hast, ist das einfach nicht das richtige für dich. Ich halte es aber wie ein Lehrer von Reshad Feild („Ich ging des Weg des Derwisch): „Irgendwann musst du lernen auch das in Energie umzuwandeln.“ (Es ging um seine Entscheidung kein Fleisch zu essen)

  6. Anna at |

    Hmh, das Ganze beschäftigt mich so, dass ich nicht schlafen kann. Wenn es so ist, wie ich es meinem vorherigen Kommentar geschrieben habe, dürfte es ja für mich nicht so schwierig sein, schlank zu sein. Tatsächlich habe ich aber schon seit Jahren Probleme mit meinem Gewicht.

    Wo hab ich also was übersehen? Ich denke deine Frage „Siehst du Glaubenssätze und/oder Gewohnheiten, die im Widerspruch zu deinem Wunsch das richtige zu essen stehen?” ist nur der erste Schritt. Die zweite Frage müsste lauten: „Hast du Glaubenssätze, die im Widerspruch mit dem Wunsch stehen schlank zu sein.“

    Ja, hab ich. Unbewusst ist mein Übergewicht auch eine gute Entschuldigung mich nicht um einen anderen Job zu bewerben. Ausserdem weiss ich nicht, wie ich mich gegenüber Männern abgrenzen soll. Ich hab keine Lust immer mit einem aggressiven Gesichtsausdruck durch die Stadt zu gehen, nur damit mich niemand anspricht. Es gibt ja auch super nette Männer, aber das weiss man vorher nicht. Manche reagieren auf Ablehnung mit ätzenden Kommentaren. Natrülich kann ich mir dann denken „Was für ein Arschloch, das hat nichts mit mir zu tun.“. Anstrengend ist es trotzdem. Stell dir vor, du wirst (jetzt mal übertrieben gesagt) alle 10 Minuten angesprochen. Anfangs freut man sich, aber irgendwann nervt es dann auch, vor allem wenn das Gegenüber so hartnäckig ist und einem nachläuft. Unabhängig davon, dass es von der anderen Person vielleicht nett gemeint ist. Da ich vor Kurzem umgezogen bin, und ich jetzt lange mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre, treffe ich mehr Menschen. Ich bin immer noch dick, aber zur Zeit werde ich fast jeden Tag von Männern afrikanischen Ursprungs angesprochen, wahrscheinlich weil die meine dicke Figur besonders mögen. Da ich sehr höflich bin und ausserdem nicht rassistisch wirken will, habe ich einen inneren Widerstand dagegen, einfach gar nicht zu reagieren. Für mein Übergewicht muß ich mir auch verletzende Kommentare anhören, aber das ist leichter zu ertragen, als Menschen, die mir näher kommen wollen und die ich abweisen möchte. Da ich jetzt also sowohl für mich im dicken sowie im schlankeren Zustand aufdringliche Männer erwarte, muss ich also an das Thema ran (oder ich muss wieder aus der Stadt rausziehen). Ich hab bloß noch keine Idee, wie ich damit umgehen soll.

    Das passte jetzt vielleicht nicht zu deinem Thema, ist aber ein Beispiel dafür, dass man mit dem Übergewicht auch etwas Positives verbinden kann, das wegfallen würde, wenn man abnimmt.

    Reply
    1. Jan at |

      Hey Anna,

      ich finde es interessant, wie Du von Deinen Erfahrungen und Eindrücken berichtest.

      In einem Beitrag erwähnst Du, dass Du Dein Essen nicht abmisst, dass Du aber trotzdem Schwierigkeiten hast auf Deine Kalorien zu kommen beim Fasten. Woran machst du das fest?

      So, wie Du Deine Ernährung vorgestellt hast, ist es für mich schwierig vorzustellen, dass Du ein Problem mit deinem Gewicht hast. Da stellt sich erstmal die Frage, wie lange ernährst Du Dich bereits so, wie Du es beschrieben hast. Hast Du neben der Arbeit einen Ausgleich im Sport oder allgemein in der Bewegung?

      Ist Ästhetik für Dich ein relevantes Thema – also ein Ziel, dass Du verfolgst? Ästhetik ist für Frauen ein anderes Thema, als für Männer. Für beide Geschlechter sollte aber zentral sein, dass sie in erster Linie sich selbst gefallen sollten. Aus Deinen Beiträgen lässt sich entnehmen, dass Du gerne schlanker wärst. Dass Du es zurzeit nicht bist, begründest Du damit, dass Du damit anderen Sachen vorbeugen willst – als Schutz sozusagen. Habe ich das richtig verstanden?

      Liebe Grüße, Jan

    2. Anna at |

      Hi Jan,

      Danke für deine Nachfragen.

      „In einem Beitrag erwähnst Du, dass Du Dein Essen nicht abmisst, dass Du aber trotzdem Schwierigkeiten hast auf Deine Kalorien zu kommen beim Fasten. Woran machst du das fest?“

      Ich überschlage das grob, 1 Avocado sind ca. 500 kcal, 100 gr. Mandeln 600 und 50 gr. dunkle Schokolade hat 300 kcal. Ein Ei hatte ich immer mit 100 kcal veranschlagt, die lasse ich jetzt aber weg. Bleibt noch das ganze Gemüse, aber das sind ja kaum Kalorien. Da ich 1,85 m groß bin, sind mein Ziel zwischen 2000 und 3000 kcal, wobei ich da wahrscheinl. am unteren Ende bin.

      „So, wie Du Deine Ernährung vorgestellt hast, ist es für mich schwierig vorzustellen, dass Du ein Problem mit deinem Gewicht hast. Da stellt sich erstmal die Frage, wie lange ernährst Du Dich bereits so, wie Du es beschrieben hast. Hast Du neben der Arbeit einen Ausgleich im Sport oder allgemein in der Bewegung?“

      Das IF mache ist seit fast 4 Wochen, seit Ende Jan. ernähre ich mich überwiegend von unverarbeiteten Sachen. Da war mein Taillenumfang noch 140 cm, jetzt sind es 122 cm. Ich hab früher zwar immer abgenommen, aber auch wieder zugenommen und mein Gewicht war schon seit Jahren nicht mehr unter 100 kg. Wieviel ich jetzt wiege weiss ich nicht, vielleicht 130? Bevor ich umgezogen bin, bin ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren, aber wenn man zu viel isst, dann hält einen das nicht schlank. Aktuell mache ich nichts, ausser „viel“ zu Fuß zu erledigen. Aber wenn das mit der Ernährung jetzt alles routinierter geworden ist, ist Sport das nächste, was ich angehen werde.

      „Ist Ästhetik für Dich ein relevantes Thema – also ein Ziel, dass Du verfolgst? Ästhetik ist für Frauen ein anderes Thema, als für Männer. Für beide Geschlechter sollte aber zentral sein, dass sie in erster Linie sich selbst gefallen sollten. Aus Deinen Beiträgen lässt sich entnehmen, dass Du gerne schlanker wärst. Dass Du es zurzeit nicht bist, begründest Du damit, dass Du damit anderen Sachen vorbeugen willst – als Schutz sozusagen. Habe ich das richtig verstanden?“

      Also Ästhetik war früher das Zentrale für mich. Inzwischen freue ich mich, dass ich meinen Körper wieder schöner finde. Vor allem aber ist für mich Motivation, dass ich mich unbeschwerter bewegen kann. Ausserdem war die ganze Fresserei extrem anstrengend, da bin ich jetzt glücklich, dass ich entspannt esse ohne den ganzen Tag daran zu denken. (Ästhetik kann, denke ich, keine langfristige erfolgreiche Motviation sein.) Das Abnehmen ging bei mir meist relativ leicht, wenn es erstmal angelaufen war. Was mir halt Sorgen macht ist, dass ich immer wieder zugenommen habe. Daher hat mich die Frage zu den Glaubenssätzen von Sascha, dazu animiert darüber nachzudenken, was denn jetzt genau mein Problem ist. Die Sache mit der Abgrenzung war ein Thema, ich denke da gibt es sicher noch mehr. Ausserdem ist es eine sehr unbewusste Sache. Was mir auch aufgefallen ist, ich bekomme im Herbst/Winter viel Hunger. Vielleicht wird das mit dem IF besser, ansonsten könnte ich ab Herbst Vitamin D nehmen, vielleicht macht mich das wacher und stoppt meinen Heisshunger (da hatte Sascha auch schon irgendwo drüber berichtet).

      Ein Fehler, den ich früher immer gemacht habe, war, dass ich sehr streng zu mir war – immer weniger essen, immer mehr Sport. Irgendwann war das ganze natürlich nicht mehr weiter zu steigern, und ich hab dann auch die Energie verloren. Jetzt setze ich mir kein konkretes Gewichtssziel und nehme mir mehr Zeit.

      Zur Orthorexie: Ich bin der Meinung, dass bei einer Sucht die „Menge“ und der Kontrollverlust bzw. zu viel Kontrolle eine Rolle spielt. Trinkt man ein Bier, ist man kein Alkoholiker, trinkt man jeden Tag regelmässig mehrere Bier und kann es nicht abstellen, ist man es doch (zu viel einer negativen Sache). Ebenso sehe ich das bei Orthorexie, gesund ernähren ist positiv, aber noch mehr davon ist nicht unbedingt positiver. Oder anderes Beispiel: man kann sparsam sein (positiv) oder geizig (zu starker Ausschlag in eine Richtung); man kann großzügig sein (positiv zum anderen Pol hin) oder verschwenderisch (zu starker Ausschlag). Orthorexie scheint einer Zwangsstörung mit strengen Regeln zu ähneln, die Menschen entwickeln Schuldgefühle, haben Missionierungseifer sind sozial isoliert und stark unterernährt:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Orthorexia_nervosa

      http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/krankhaft-essen-wer-extrem-gesund-isst-koennte-eine-essstoerung-haben-a-883365.html

      Ich denke bei allen Süchten, ist der Leidensdruck der Person das entscheidende Thema. Aussenstehende können eine betroffene Person kaum dazu bringen, sich Hilfe zu suchen. Eher wird noch mehr Gegendruck/Trotz/Rechtfertigungszwang aufgebaut. Angehörige und Partner sollten auch darauf achten, sich abzugrenzen, um nicht coabhängig zu werden.

    3. Sascha Fast at |

      Obwohl ich natürlich nicht will, dass du dich um deinen Schlaf bringst, ist deine Reflexion genau das, was ich für sehr wichtig halte. Deswegen freut es mich für dich, dass du auch hier Energie investierst.

      Die Ernährung als Teil des Lebenswandels halte ich für gleichberechtigt, neben Sport aber auch Kunst (ich glaube, dass jeder sich jeden Tag kreativ betätigen sollte).

      Ich muss mal gucken, ob ich nicht ein paar Reflexionstechniken zusammenkriege und die auch verfügbar machen kann. Mit einfachsten Mitteln kann man oft schon eine große Weite in der eigenen Perspektive gewinnen. (Ein Kumpel von mir musste nach drei Tagen feststellen, dass er die maximal schlechteste aller Möglichkeiten seiner Welt für die Realistische gehalten hat. Das wiederum ist maximaler Pessimismus und ganz und gar kein vernünftiges Weltbild)

      Die Frage ist, wie du dein Problem löst. Es scheint mir, dass eine erste Barriere auf der handwerklich-technischen Ebene anzusiedeln sind. Bei deiner Schilderung wäre das eine Art Anti-Flirt.

      Der Satz „Da ich sehr höflich bin und ausserdem nicht rassistisch wirken will, habe ich einen inneren Widerstand dagegen, einfach gar nicht zu reagieren.“ scheint mir aber tiefliegend und wichtig zu sein.

      Ich bin in einer sozial sehr schwachen Umgebung groß geworden. Das, was man im Mainstream als Rassismus deutet, ist oft einfach nur die Suche nach irgendeiner Möglichkeit der Feindseligkeit Gestalt zu geben. Bei uns wurden dann die kreativsten Beleidigungen in Bezug auf Türken oder Russen (die eigentlich Russlanddeutsche waren) ausgedacht. Zumindest war das bei uns der wichtigste Gruppenkonflikt (ich war auf offiziell auf der Russlanddeutschen Seite, hatte aber wenig Anteil am täglichen Gerangel). Bei uns hat aber keiner an irgendeine Art schuldgeladenen Rassismus gedacht, obwohl wir in der Schule beständig Ärger und Vorwürfe dieser Richtung anhören mussten. Deine Schilderung erinnert mich immer daran, dass Hiesige (so wie man bei meinen Leuten die hiergeborenen Deutschen nennt) immer mit dem drohenden Nazi-Vorwurf rechnen müssen, wenn es etwas gegen Ausländer sagen, völlig unabhängig von der Berechtigung. Ausländer sind auch nur Menschen und als solche sollte man sie behandeln. :)

      Der andere Punkt ist die Höflichkeit. Durch deine Höflichkeit triffst du eine Entscheidung deren Konsequenz es ist, dass entsprechende Männer ihren Willen gegen deinen Durchsetzen. Es ist aber dein Leben und du bist die Einzige, die entscheidet was läuft. Wenn es dein Wille ist in Ruhe gelassen zu werden, dann hast du jedes Recht es durchzusetzen. Das gilt, solange du akzeptierst, dass du und nur du entscheidest, welchen Regeln dein Leben unterworfen ist. Wenn du zulässt, dass der Verhalten sogar relevant für deine Gestalt hat, dann bedeutet das, dass du entsprechenden Aufdränglern nicht nur in der Situation ihren Willen lässt, sondern auch was dein Aussehen betrifft.

      Die andere Frage ist dann der oben genannte handwerklich-technische Aspekt. Meiner Meinung nach ist ignorieren am vielversprechensten. Je weniger Energie, du in die Situation reinbringst, desto besser löst sich diese meist. Die Situation ist aber wichtig, deswegen will ich da keinen echten Ratschlag geben.

    4. Anna at |

      Danke für deine konstruktive Reaktion. Du hast absolut Recht.

      Ich hab nochmal über mein Abgrenzungsproblem nachgedacht. Der Kern ist, dass ich oft nicht genau einordnen kann, welche Botschaft mir vermittelt wird. Eine Vermutung ist, dass die Männer als „Neue“ hier im Land vielleicht noch nicht wissen, wie sie auf deutsche Frauen zugehen sollen, einfach Anschluss suchen und dabei ungeschickt vorgehen (darauf würde ich höflich reagieren wollen). Andere These ist, dass die Männer sehr wohl wissen wie sie rüberkommen, und ich mich dadurch nicht respektiert fühle (da wäre ich verärgert).

      Wie auch immer ist es letztendlich egal, was deren Intention ist, da ich die Menschen nur kurz sehe und keine Diskussion mit ihnen anfangen will, und ich den Punkt daher nicht werde klären können.

      Und meine Erwartung, dass sich alle korrekt mir gegenüber verhalten, kann ich selbst nicht beeinflussen.

      Dein Kommentar zur Feindseligkeit hat mir geholfen. Denn wenn ein Deutscher so auf mich zugehen würde, würde es mich genauso stören.

      Wie du gesagt hast, finde ich es auch sinnvoll wenig Energie reinzustecken.

      Mir ist trotzdem aktuell wichtig erstmal meinen Standpunkt zu finden und mir zu überlegen, wie ich reagieren möchte. Denn mir ist auch aufgefallen, dass ich wenn ich durch die Stadt gehe und mir jemand aus der „Zielgruppe“ entgegekommt, ich mir schon Sorgen mache, ob er mich gleich blöd anschnackt. (Interessant, dass ich so schnell Vorurteile entwickele)

      Ich möchte grundsätzlich positiv auf Menschen zugehen und mich auch entspannt in der Öffentlichkeit bewegen können.

      Mir ist ausserdem aufgefallen, dass ich sehr früh gleich das Schlimmste annehme. Ansich könnte ich die Situationen aber in verschiedene Stufen unterteilen, an denen ich jeweils neu beurteile und entsprechend reagiere.

      Kommt mir jemand entgegen, bleibe ich entspannt und warte ab, wie er sich verhält.

      Lächelt mich jemand an und geht weiter. Super. Dann freue ich mich und lächele vielleicht zurück.

      Sagt jemand etwas zu persönliches („You are so beautiful.“) und geht weiter, wäre das nervig, aber kein Grund zu reagieren.

      Sagt aber jemand etwas zu persönliches und geht neben mir her oder starrt mich jemand zu lange an, könnte ich …

      ..unfreundlich gucken, stehen bleiben, wo anders hingehen, laut sagen, dass ich meine Ruhe haben möchte, andere Leute ansprechen und auf die Situation aufmerksam machen (Reaktionen eskalieren).

      Ich überlege gerade noch ob dieses defensive Verhalten konstruktiv ist. Oder ob ich mir meine devensiven Ideen schön rede, weil ich vielleicht Angst vor einer aggressiven Gegenreaktion habe; ich mich aber besser fühlen würde, wenn ich mich deutlich abgrenzen und dadurch meine Stärke spüren würde.

      Ich hab mal beim Einstieg in die Bahn einen Typen, der etwas kleiner als ich war und mich weggedrängelt hat, zurückgedängelt, und er hat mir ins Gesicht gespruckt. Das muss ich nicht nochmal haben.

      Einerseits denke ich, man sollte sich aus Angst nicht zu weit zurücknehmen, andererseits sind manchmal echt bekloppte Leute unterwegs.

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