9 Reaktionen

  1. Anna at |

    Hi Sascha, den Artikel hatte ich auch gelesen. Klingt ja alles erstmal toll … „Diät muss nicht sein … Der Körper weiss selbst am besten, was er braucht.“ Ich weiss nicht, wie es anderen Menschen damit geht, aber ich weiss, dass ich und mein Körper ein Verständigungsproblem haben.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder sich intuitiv ausgewogen ernähren, wenn man ihnen gesunde Lebensmittel anbietet (dazu gibts irgendwelche Studien) oder, dass Schwangere Heisshunger auf bestimmte Sachen entwickeln, weil sie bestimmte Nährstoffe brauchen. Bei mir klappt das leider nicht, ich hätte dann manchmal Heisshunger auf die Nährstoffe Käse, Zucker und Fett. Aber wahrscheinlich hab ich da halt wie gesagt einfach ein Kommunikationsproblem mit mir. Ausserdem sind die „modernen“ Ernährungsmittel oft einfach zu verführerisch/süchtig machend konstruiert.

    Ich finde bei manchen Ernährungsratgebern muss man aufpassen, weil einzelne Autoren den Lesern auch gern das erzählen, was diese hören wollen.

    Achtsamkeit und Hören auf den Körper ist natürlich trotzdem sinnvoll. Nur die Entscheidungen sollte überwiegend der Verstand treffen.

    (Hab bei einem Onlinebuchhändler mal das Inhaltsverzeichnis von dem Buch des o.g. Autors überflogen. Der Punkt „Ernährung im Dritten Reich“, klingt spannend. Frage mich, wie er das mit der somatischen Intelligenz verkünpft.)

    Ganz interessant finde ich folgendes Buch: „“Heisshunger ist gesund, so signalisiert der Körper seinen Mineralstoff- und Vitaminbedarf” von Werner Winkler.

    Zu dem Buch gibt es eine Internetseite mit einem Test zum Anklicken. http://www.heisshungertest.de/

    „Vertraust du ausschließlich auf deinen Hunger?“ Nein nicht ausschließlich, dann würde ich zunehmen. Ich plane aber meine Mahlzeiten nicht strikt für eine ganze Woche vor (sowas solls ja geben ;-)), sondern habe eine Auswahl von gesunden Nahrungsmitteln da und suche mir dann das raus, auf das ich in dem Moment Lust habe. Dabei achte ich jedoch darauf, dass ich Bausteine wie Obst, Gemüse, Grünzeug, Proteine abdecke.

    Hast du noch andere Auswahlkriterien für deine Nahrung? Der Geschmack ist sehr wichtig. Es muss mir schmecken und mich satt machen. Es soll einfach zuzubereiten sein. Wenn ich im Büro bin, muss es etwas sein, was ich nicht kochen brauche. Es soll nicht verarbeitet sein!

    Viele Grüße Anna

    Reply
  2. konami at |

    Würde ich nur auf meinen Hunger/Körper hören, würde ich mich nur noch von Burgern, Chips, Steak und Eis ernähren… genau so wie der Klischeetyp eines US-Amerikaners.

    Reply
  3. omegachigma at |

    Fragen

    Vertraust du ausschließlich auf deinen Hunger?

    Nein, nicht ausschließlich. Mit meinem Hungergefühl ist wohl alles in Ordnung, aber das Problem ist doch viel mehr, dass sich unsere Umwelt in den letzten Jahren und Jahrzehnten so radikal verändert hat, dass unser Körper da unmöglich mithalten konnte. Wir sind physiologisch wohl noch zu 99% wie in der Steinzeit aufgebaut und das merkt man auch an vielen Dingen wie z.B. das Hungergefühl.

    Hast du noch andere Auswahlkriterien für deine Nahrung?

    Ja, das Wissen über die Nahrung ist ein eigenständiges Auswahlkriterium. Ich versuche z.B. die Kohlenhydrate niedrig zu halten, obwohl mir mein Hungergefühl da was anderes sagt.

    Allgemeines zum Spiegel-Artikel: Ich habe mich ein wenig über den Artikel geärgert, weil ich ihn für grob fahrlässig halte. Sascha hat das aber schon ganz gut beschrieben: man sucht nach einfachen, bequemen und vielleicht auch romantischen Lösungen. Und da passt sowas wie somatische Intelligenz wunderbar rein.

    Mich stört aber viel mehr die Art der Argumentation. Sie ist nämlich frei von jeder Logik. Beispiel: Verlangen nach Süßem soll darauf hinweisen, dass unser Körper Zucker braucht. Achim Peters hat in seinem Buch „Das egoistische Gehirn“ ganz schön beschrieben welche Rolle das Gehirn in der Stoffwechselhierarchie des Menschen spielt. Es ist das Gehirn, welches an der Spitze dieser Hierarchie steht, welches nach Zucker schreit. Aber nicht wirklich weil Zucker fehlt, sondern weil da gewisse Abläufe gestört sind.

    Man könnte die Argumentation des Spiegel-Journalisten sogar völlig auf den Kopf stellen und wäre damit sogar näher an der Wahrheit: Der Mensch hat so ein starkes Verlangen nach Süßem und Kohlenhydrate allgemein, weil es im entscheidenden Teil unserer Evolutionsgeschichte immer ein Mangel gab. Da es aber meist ein Mangel an Kohlenhydraten gab, wird unser Körper für größere Mengen davon nicht besonders gut ausgelegt sein.

    Das wäre genau die umgekehrte Begründung: Gerade weil wir so ein großes Verlangen danach verspüren, sollten wir Maß halten.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Jap, die Argumentation hinkt ganz schön. Aber deswegen habe ich ihn ja auch kommentiert.

      1. Die Position der somatischen Intelligenz sehe ich öfter auch in der Paleogemeinde vertreten.
      2. Die Position ist sehr schwach und illustriert ein paar Konzepte von Improved Eating ganz schön.
  4. omegachigma at |

    P.S.: Ich glaube, dass der Körper sehr wohl in der Lage ist die richtigen Signale zu senden, aber das funktioniert in unserer „neuen Welt“ einfach nicht so effektiv und zuverlässig wie es z.B. im Paleolithikum der Fall war. Darüber hinaus haben wir diese Fähigkeit wahrscheinlich auch zunehmend verlernt. Allen voran auch durch den medialen Einfluss, der macht solche Kompetenzen wie somatische Intelligenz eigentlich fast unmöglich.

    Reply
  5. at |

    Vertraust du ausschließlich auf deinen Hunger?

    Um Gottes Willen, Nein! Dann würde ich wieder einfach nur fett ansetzen. Mein Appetit kann mich schnell dazu verführen etliche Tüten Chips und Tafeln Schokolade (ja, beides Mehrzahl) hintereinander weg zu essen. Stopp ist dann weniger ein „Sättigungsgefühl“ als viel mehr eine Art Vorstufe des Platzens mit allen Sorten Völlegefühl und schwerer Müdigkeit.

    Hast du noch andere Auswahlkriterien für deine Nahrung?

    Ja. In erster Linie das Wissen und die Erfahrung wie ich mich 30 Minuten nach der Mahlzeit fühle und wie es mir langfristig damit geht. Außerdem hat sich eine Art Moral in mir gebildet die als Kriterium hinzufügt nicht beliebige Mengen irgendwas zu Essen sondern Nachhaltige und faire Speisen. Dann gibt es noch eine Art Optimierung meiner Finanziellen Verhältnisse. Kriterium ist ein ungefähr fester Betrag pro Tag, derzeit 9 Euro, für den ich alle Nahrungsmittel sowie die meisten Verbrauchshaushaltsmittel besorge. Für dieses Geld möchte mich die Qualität maximieren. Gehe ich jetzt einfach nur nach Gelüsten … 9 Euro bei Bäcker & Co sind schnell weg. Hier ein Brötchen, dort ein Baguette … Kaffee to Go … usw. das GEld verdoppelt sich so schnell. Am langfristig günstigsten ist für mich alle 4 Tage einzukaufen. Und dann bei Bedarf beim Türken an unserer Schule Bananen.

    Reply
  6. at |

    @omegachigma

    Wenn ich mir überlege, wie viele Menschen auch mit den besten Intentionen immer wieder in diese Falle tappen, auf die Signale des Körpers/Hirns zu hören, dann glaube ich, dass die meisten einfach kein Entscheidungskriterium haben.

    Deine Aussage ist nämlich plausibel:

    Man könnte die Argumentation des Spiegel-Journalisten sogar völlig auf den Kopf stellen und wäre damit sogar näher an der Wahrheit: Der Mensch hat so ein starkes Verlangen nach Süßem und Kohlenhydrate allgemein, weil es im entscheidenden Teil unserer Evolutionsgeschichte immer ein Mangel gab. Da es aber meist ein Mangel an Kohlenhydraten gab, wird unser Körper für größere Mengen davon nicht besonders gut ausgelegt sein.

    Aber wie unterscheidet man das von den Ausführungen im verlinkten Artikel, wenn man keine Ahnung hat?

    Es bleibt eigentlich nur der aufgeklärte Weg, sich mehr zu informieren. Für die breite Masse der bloßen Anwender ist aber Propaganda sowohl für als auch wider nicht unterscheidbar. Ist der verlinkte Artikel nicht auch informativ? Darf man ihn als Quelle gelten lassen? Warum nicht? – solche Fragen zu beantworten ist gar nicht so leicht. Letztlich stellt sich dann wohl eher Ermüdung, Hilflosigkeit, und damit Rückfall in bekanntes und irgendwie „schönes“ ein.

    Tut mir Leid für die meisten Menschen, auch im privaten Umfeld. Aber unsereins sind die Hände gebunden, scheint’s.

    Reply
  7. at |

    „Vertraust du ausschließlich auf deinen Hunger?“

    Hunger ja, Appetit/Gelüste nein. Hunger bedeutet „füttere mich, egal mit was“. Ich bin dann auch bereit, eine Dose Fisch oder Gemüsesticks etc. zu essen. Appetit/Gelüste auf etwas Bestimmtes (meist Süßes) unterdrücke ich. Mein großes Laster, Schlagsahne (diese unerreichte Cremigkeit!), habe ich bis auf Weiteres ganz gestrichen.

    „Hast du noch andere Auswahlkriterien für deine Nahrung?“ Manchmal mache ich eine Art Lecker-Fasten. Dann esse ich möglichst eintönig/schwach gewürzt. Damit isst man automatisch nur das, was „sein muss“, hilfreich beim Kampf gegen Übergewicht (allerdings auch ziemlich hart).

    Reply
  8. Felix at |

    Ich kann euch in dem Punkt zustimmen, dass der Spiegel-Autor es sich (oder uns?) etwas zu leicht zu machen scheint. Ich denke nicht, dass einem damit geholfen ist, stets nur nach den eigenen Gelüsten zu gehen. Sicherlich: Eine Weile jeden Tag Pommes essen, hält man ein paar Wochen durch und dann hat man von sich aus erstmal keine Lust mehr darauf (so 2-3 Tage ;-)), aber langfristig würde ich so wohl vom einen ungesunden Liebling zum nächsten wechseln. Das bringt nichts. Auch wenn es weitab vom Thema ist, fällt mir hier das Freud’sche Instanzenmodell ein: Nur weil der hungrige ES-Körper nach etwas schreit, muss ICH dem nicht direkt unreflektiert Folge leisten, sondern sollte zunächst meinen ÜBER-ICH-Verstand einschalten. Seine These, dass man bei der Ernährung mehr auf sich und die Reaktionen seines Körpers achten sollte, finde ich allerdings nachvollziehbar.

    Frage 1: Vertraust du ausschließlich auf deinen Hunger?

    Ausschließlich? – Ganz klar nein. Ich bemühe mich, etwas bewusster zu essen und mir vor allem Zeit zu nehmen. Heißhungerattacken kenne ich auch – wenn sich mir die Möglichkeit bietet, versuche ich diese mit einer Kleinigkeit (egal, wie subjektiv ungesund sie sein mag) auszuschalten, um mir dann Zeit für das Kochen einer ordentlichen Mahlzeit „erspielt“ zu haben. Ich vermeide es auch, hungrig einkaufen zu gehen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ich dann nur blind in die Regale greife.

    Frage 2: Hast du noch andere Auswahlkriterien für deine Nahrung?

    Wie auch Norman schon schrieb, achte ich beim Einkauf vermehrt auf nachhaltige und/oder faire Speisen. Es muss nicht immer das billigste sein, nur weil es billig ist. Fisch kaufe ich z.B. ausschließlich mit MSC-Logo oder anderen Prüfzeichen.

    PS @Anna: Danke für den Verweis auf den Heißhungertest – der war interessant! Ich habe bislang nicht den Eindruck, mich sonderlich ausgewogen und gesund zu ernähren, allerdings wies das Testergebnis nirgendwo einen signifikanten Wert aus. Entweder ist meine Annahme also falsch und ich mache instinktiv viel mehr richtig, als ich dachte – oder ich bin durch das Raster des Buchautors gerasselt. ;-)

    Reply

Links von anderen Websites

Bitte halte dich an die Kommentarregeln für diesen Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *