27 Reaktionen

  1. Thor at |

    Hey Sascha. Vielen Dank für den Artikel. Ich hab mich lange drauf gefreut und das Warten hat sich gelohnt! Beim Lesen deines Trainingsplans frage ich mich nur wie du trotz des „über die Grenzen Gehens“ nicht ständig im Übertraining gelandet bist. Ich glaube die meisten Menschen würden nach kurzer Zeit krank werden oder einfach dauererschöpft.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      @Thor:

      Übertraining ist eine schwierige Sache. Man darf sich natürlich nicht die Gelenke zerschießen. Das, was im Allgemeinen als Übertraining bezeichnet wird, ist meiner Meinung nach ein psychisches Problem. Auch das war ein wichtiger Faktor für diese Zeit. Ich war dauererschöpft, aber dieser Zustand war gewollt.

      Allerdings sind die meisten Menschen zu viel mehr fähig, als sie glauben.

      Ich habe mein Training langsam aufgebaut (ich hatte auch Tage, in welchen ich bis zu vier Mal pro Tag trainiert habe. Aber da nicht so intensiv) und ich habe mich genau im Blick gehabt. Ich bin nicht jeden Tag völlig über meine Grenzen gegangen. Psychisch verstehe ich gut, ab welchem Punkt es gefährlich für mich wird.

      Viele Grüße
      Sascha

  2. Erik- at |

    Hallelujah ist der Artikel gut! Vielen Dank und Respekt- auch fuer die Courage, so von dir preiszugeben. Hab fast die ganze Busfahrt gerade darueber nachgedacht.

    Als ich das gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass ich vor koerperlichen Schmerzen Angst habe. Darueber ist mir dann eingefallen, dass es noch einen weiteren Weg geben muesste, Willenskraft zu trainieren. Naemlich ueber soziale Situationen. Der Vorteil ist, dass man keinen koerperlichen Schaden riskiert, weil irgendwie haben ja koerperliche Warnsignale ihren Sinn auch oder?

    Jedenfalls hatte ich z.B. Angst, von zuhause wegzureisen, z.T. auch zurecht ;)… und hier ist es mir bewusst geworden, wie man sich psychisch trainieren kann: Ich habe Angst, jemanden anzusprechen und mache es trotzdem. Ich habe Angst etwas (eigtl. sinnvolles und auch spannendes) zu sagen und mache es trotzdem. Ich habe Angst vor der Stille im Gespraech und provoziere sie trotzdem und halte sie aus. Ich habe Angst, etwas zu machen, was sonst niemand macht und mache es trotzdem. Einmal habe ich mich in einem Hostal in die Kueche gestellt wo alle gekocht haben. Ich hatte schon gegessen und einfach dagestanden. Nichts gesagt. Einfach ausgehalten. Oder ich kann mir vorstellen, dass es dir Ueberwindung gekostet hat, die Artikel auch als Videos hochzuladen (du machst die uebrigens sehr gut). Diese ganzen sozialen Situationen beduerfen natuerlich enormer Willenskraft WODURCH man sie trainiert. Besonders wenn man sich ihnen noch nie richtig konfrontiert hat, ihnen immer ausgewichen ist. Wir weichen staendig aus. Z.B. wenn wir irgendeinen Unsinn sagen, nur damit keine Stille ist. Oder uns rechtfertigen. Das ist alles Bullshit, ich muss nichts. ABER es gibt auch Moeglichkeiten sie, die Willenskraft ueber ¨nicht-Bullshit-Wege¨ zu sparen. Und zwar innere Gedanken. Innerlich lachen darueber. Warum muss ich jetzt was sagen? Warum muss ich X? Es ist absurd. Stattdessen schau ich z.B. wie mein Gegenueber auf die Stille reagiert. Wie es ihm unangenehm wird. Eigentlich ist das lustig. Vorteil bei ¨sozialem¨ Willenskrafttraining ist wie gesagt, dass im Prinzip kein Risiko da ist. Es ist nur im Kopf. Daneben kann man ja immer noch ¨seinen Koerper¨ ¨normal¨ trainieren. Weil was mich bisher davor abschreckt ist a) Angst (wobei es die ja wieder ueberwunden werden sollte! Danke fuer den Impuls ;) ) und b) dass es mich Tage aus dem Training reisst. Ich kann mir vorstellen, dass du dann nach solchen Trainings 3 Tage keine vernuenftige Kniebeuge hinbekommen hast. Oder?

    Also zusammenfassend sehe ich Angstbekaempfung generell als Willenskrafttraining (?). Ich habe relativ viele Aengste. Aber egal wie viel Angst ich habe, ich kann immer handeln. Ich muss nur mutig sein. Denn Mut heisst nicht, keine Angst zu haben. Sondern trotz der Angst zu handeln.

    UND, was mir noch einfaellt, ist, dass Willenskrafttraining per se Schmerz bedeutet. Und Schmerzen erhoehen die anschliessende Faehigkeit zu geniessen. Ist also sehr sinnvoll. Ohne vorherige Schmerzen wird das andere Extrem dumpf: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666313004212 Und Schmerzen holen uns in den Moment. Wie du bereits gesagt hast, darf man Schmerz nicht mit Leid verwechseln.

    PS: Ich finde nicht, dass du dich fuer Esoterik oder so entschuldigen solltest. Nur weil wir etwas nicht sehen oder messen koennen, muss es ja nicht heissen, dass es das nicht gibt.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Erik,

      ich bin mir nicht ganz sicher, ob soziale Ängste taugen. Sicherlich kann man hier Überwindung üben und auch das wird der Willenskraft zu Gute kommen, doch es ist schlecht skalierbar und wenig wiederholbar. Du kannst ja nicht je nach Tagesform bestimmen, ob du nun irgendwen auf der Straße ansprichst oder dich auf eine Bühne vor 120.000 Menschen stellst.

      Angst ist nicht identisch mit Schmerz. Schmerz ist eine Information für das System, dass die Selbsterhaltung in Gefahr ist. Angst ist die Emotion, welche sich durch das Verhältnis ergibt. Angst ist also das Leiden. Die Frage ist vielmehr, was der Schmerz ist, zu welchem du in einem angstvollen Verhältnis stehst. Im Falle der sozialen Ängste tippe ich vielmehr auf eine Verletzung des Selbstwertes. (Ohne Selbstwert geht die Psyche nämlich vor die Hunde)

      PS: Ich habe mich nicht entschuldigt. Nur erwähnt, dass es für manche negativ damit assoziiert wird. :)

  3. giuseppe at |

    Vielen dank für diesen sehr persönlichen Eindruck deines Lebens. Ich persönlich habe einige stellschrauben in meinem Leben entdeckt. Vor knapp 2 Jahren die Ernährung komplett auf Paleo umgestellt, was eigentlich ganz gut verlief. Jetzt ist meine persönliche Situation etwas verändert, ich habe Kinder bekommen. Mein Fokus, Konzentration und Gedanken gehen verstärkt in das Wohl meiner Familie. Training kommt dadurch zu kurz, zumindest nicht mehr 4mal die Woche.Jetz nutze ich meine Mittagspause um 20 Minuten Klimzüge, Liegstütz und Kniebeugen zu machen. Manchmal schaffe ich es zeitlich auch in den Keller zu gehen und die Langhantel zu beladen. Prioritäten setzen ist nicht mehr so einfach wenn man Kinder hat. :) Dennoch, meine Zeit wird wieder kommen und dann werde ich breit und stark: ) LG Giuseppe

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Guiseppe,

      google mal nach GTG (Grease the Groove). Das könnte ein Prinzip sein, was ganz gut in deinen Alltag einbaubar wäre.

      Viele Grüße
      Sascha

  4. amyloid at |

    Hey,

    zum Thema Grenzüberschreitung beim Ausdauertraining – hast du da trotzdem deinen Puls gemessen/kontrolliert bzw kann so etwas nicht körperlich gefährlich werden bei high intensity? (Natürlich ist die Angst das es gefährlich werden kann, wieder auch eine Möglichkeit, sich rauszureden und weniger als 100% zu geben)

    grüße

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin amyloid,

      ich habe meinen Ruhepuls kontrolliert. Der war zu dem Zeitpunkt bei etwa 40-42 Schlägen. Das heißt, dass er nicht pathologisch niedrig lag. Die höchsten Werte bei den Trainings waren bis zu 215 Schläge, wobei ich hier Messfehler nicht ausschließen kann (Gerät + Handmessung). Ich habe damals eine Ärztin gefragt, die mir gesagt hat, dass das ungewöhnlich hoch sei und es vielleicht ein Risiko darstelle. Gewöhnlich habe ich bei einem Puls von ca. 195-200 gearbeitet.

      Die Nachwirkungen spürte ich, wenn ich aus irgendwelchen Gründen für ein paar Tage keinen Sport machen konnte. Dann hatte ich ein komisches Gefühl, allerdings mal links und mal rechts, also nix mit dem Herzen. (Für die Dr. House-Fans: ODER mit dem Herzen UND etwas anderes).

      Die Sorge, dass diese Extreme gefährlich sind, halte ich für berechtigt. Wie im Beitrag geschrieben: Ich glaube, dass nur wenige Menschen so weit gehen brauchen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

      Viele Grüße
      Sascha

    2. amyloid at |

      Hallo Sasha,

      vielen Dank für die Antwort. Hast du ein paar Buch- / WWW-Empfehlungen zu deinem jetztigen Ausdauertraining zb Crossfit-Artikel usw?

    3. Sascha Fast at |

      Mein jetziges Ausdauertraining? Das sieht völlig anders aus.

      Momentan mache ich morgens Schattenboxen und den Vormittag alle 30min für 2min eine intensive Kurzbelastung. (z.B. Erst Doppelschläge mit leichten Handgewichten, dann stehende explosive Rumpfrotation, dann Übungen mit der Bulgarian Training Bag)

      Ich konzentriere mich gerade auf die letzten Kraftziele, die ich noch habe und gleichzeitig mit ein paar Turnübungen erreichen will. Ausdauertraining ist nicht im Vordergrund. Ich will mir ein paar Türen in Richtung Break Dance und Ähnlichem öffnen.

    4. amyloid at |

      Ach so – ich meinte zu deinem Ausdauertraining das du davor gemacht hattest, also etwas Kampfsportspezifischer, mit dem Intervallen und Zirkeltraining

    5. Sascha Fast at |

      Die Frage ist, du suchst. Wenn es rein praxisorientiert sein soll, bist du bei Ross Enamait an der richtigen Adresse. Wenn es dir um ein umfassendes Verständnis geht, bist du mit Noakes (im Beitrag verlinkt) gut bedient. Von dort aus kannst du dann weiter recherchieren.

      Viele Grüße
      Sascha

    6. amyloid at |

      vielen Dank – Ross‘ Training sieht nach dem aus was ich gesucht habe – wobei ich mir auch das wieso/warum aneignen möchte.

  5. Anna at |

    Hi Sascha, der Artikel ist glaube ich der beste, den ich bisher von dir gelesen habe. Nach dem ersten Lesen war ich echt sprachlos! Die Fähigkeit zwischen Schmerz und Leiden zu unterscheiden und aufzuhören selbst das eigene Leiden zu kreieren, halte ich für sehr, sehr wichtig. Nicht nur während des Trainings sondern auch im Alltag. Danke fuer den Einblick in dein leben und dein Training. Viele Grüße von Anna

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Anna,

      danke für die netten Worte.

      Das Training ist nur ein Modell für das Leben. Zumindest sollte es das meiner Meinung nach sein. Mein Training und meine Ernährung sind auch nur ein Teil der Praxis eines zu Grunde liegenden philosophischen Systems. Deswegen habe ich auch andere möglichen Vehikel für diesen Bereich der Selbstentwicklung erwähnt.

      Viele Grüße
      Sascha

  6. at |

    Hi Sascha! Der Artikel ist eine Granate!

    Er erinnert mich an das Sprichwort „What doesn’t kill you, makes you stronger“.

    Erst vor wenigen Tagen hat mir ein Kumpel von ein paar Jungs berichtet, die Hero Workouts (der Begriff wird dir denke ich von Crossfit her bekannt sein) in ihr Training einbauen, in dem sie diese Workouts zu „unmenschlichen Zeiten“ wie z.b. 3 Uhr morgens absolvieren. Jeder der schon mal ein Hero Wod gemacht hat, weiß wieviel „Spaß“ das macht. Um 3 Uhr morgens bestimmt noch lustiger, und für die meisten Menschen unvorstellbar. Mich faszinieren allerdings solche von der Norm abweichenden Maßnahmen und umso interessanter, dass ich auf deinem Artikel gelandet bin.

    Sehr inspirierend! Danke!

    LG, Peter

    Reply
  7. Artur at |

    Hey Sascha,

    auf Grund deiner Empfehlung habe ich die Bücher von Frank Herbert gelesen. Wirklich lesenswerte Bücher, die in ihrer Art unvergleichlich sind. Jetzt mal eine Frage, die nichts mit deinem Blog zu tun hat: Hast du die Werke seines Sohnes zum Wüstenplaneten auch gelesen? Oder war bei dir nach F.Herbert Schluss? Ich wäre froh, wenn du da deine Meinungs sagen könntest. Beste Grüße

    Artur

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ja, ich habe die gesamte Vorgeschichte gelesen, aber dann abgebrochen. Es gibt eine ganze Reihe von Diskrepanzen und, was noch viel wichtiger ist, der Stil vom Sohn ist grundsätzlich anders. All die Elemente aus Mystik und Philosophie fehlen völlig. Die Bücher vom Sohn sind zwar auf alten Unterlagen vom Vater entstanden, aber es sind nur noch profane Sci-Fi-Bücher.

    2. Artur at |

      Danke für deine Meinung. Dann behalte ich mein positives Bild von den Büchern bei und erspare mir die Enttäuschung. Danke an dich für die Empfehlung, es sind großartige Bücher und ich habe das Gefühl, vieles daraus ist eine Inspiration gewesen für einige andere Werke. Ein wunderbarer allgeminer vorletzter Satz zum Abschluss, hat noch jeden Text verlängert und gerettet ;P

    3. Sascha Fast at |

      Gerne. Die Bücher haben es echt verdient verbreitet zu werden. Sie gehören zu den absoluten Klassikern, direkt neben Nietzsche und Luhmanns Systemtheorie. (Als Klassiker verstehe ich Bücher, welche in ihrer Tiefe und Breite herausstechen und zeitlose Relevanz haben)

  8. Eva at |

    Sascha – ein großes DANKE für Deine sauber argumentierten, mit großer Hingabe geschrieben Artikel! Ich bin heute erstmals auf Deinen Blog gestoßen und bin entgegen meiner üblichen „disziplinierten“ Schlafengehroutine bis Mitternacht bei Deinen Texten hängengeblieben, weil sie so vieles aussprechen, das ich schon seit Jahren lebe und damit in meinem Umfeld (Stichwort Familie) nicht unbedingt auf Verständnis stoße :-) Die Verbindung von Philosophie, Trainingswissenschaft und Biochemie ist einfach der Wahnsinn! So viel Bestätigung und Inspiration auf engstem Raum – Du hast soeben eine neue treue Leserin gefunden :-)

    Physiotherapeutin-Trailläuferin-Gletscherseeschwimmerin-Crossfitterin(etc.) Eva

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Eva,

      das freut mich (für dich und für mich).

      Viele Grüße Sascha

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