12 Reaktionen

  1. Nick at |

    Hey Sascha, sehr guter Artikel, besonders der zweite Teil. Wir sind von so viel Wissenschaftsgeschwafel umgeben, aber lernen nie selbst zu tun, was nötig ist. Praktiker sind mir immer sympathischer als Theoretiker. Soviel „Wissen“ ist unnötig, auf dem Weg zu einem besseren Leben, weil es uns für die Praxis einfach nichts bringt, im Gegenteil, es kann verwirren. Ist ein nettes „Goodie“, damit man es halt weiß. Gerne mehr Praktikerartikel von dir. Beste Grüße Nick

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    1. Sascha Fast at |

      Moin Nick,

      ich glaube, dass das Problem da liegt, wo Menschen Wissen mit Können verwechseln. Das klassische Phänomen für diese Verwechslung ist die verrückte Welt der Foren und Facebookgruppen. Alle sind Experten und riskieren jede Menge dicke Lippen, aber nur ein Bruchteil kann auch irgendwas. Alle wissen beispielsweise, dass die Kalorienbilanz das A und O ist, aber wer von diesen Leuten läuft 360 Tage im Jahr mit einem KFA von 10% herum? Erst Können macht Wissen glaubwürdig.

      Viele Grüße Sascha

  2. Felix at |

    Meine Antwort: Buddha. Meine Frage: Warum aufrecht bleiben beim meditieren? Hat das einen physiologischen oder psychologischen oder praktischen Grund? Ich finde Sitzen unbequem und lege mich daher zum Meditieren meist einfach auf den Fußboden. Natürlich kannst du mir nicht sagen, das sei falsch – aber die Erklärung fürs Aufrechtbleiben interessiert mich, weil ich sie nicht nur hier finde.

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    1. Sascha Fast at |

      Moin Felix,

      die große Schwäche der liegenden Position ist meiner Meinung nach, dass sie körperlich passiv ist. Das führt zu einer Veränderung des mentalen Zustands. Erfahrungsgemäß ist es im Liegen daher schwieriger, bestimmte geistige Übungen zu absolvieren. Der Zustand rückt dem Schlaf näher, weshalb viele Menschen auch einschlafen.

      Ich kann zum Beispiel einige mentale Zustände nicht erreichen, wenn ich liege. Leider fehlen mir die Begriffe, um das in vernünftige Worte zu fassen. Müsste ich dir in einer Unterhaltung erzählen oder vielleicht vormachen.

      Ich stopfe mir auch immer ein Kissen in den Rücken (meditieren auf dem Bett).

      Viele Grüße Sascha

    2. Felix at |

      Hm. Mentale Zustände. Ich versuche generell, Meditation nicht als Weltraumtechnik zu behandeln und komme zu guten Ergebnissen. Dennoch interessiert mich, was noch möglich ist, doch angesichts des überwältigenden Angebots an Büchern und Kursen breche ich das immer wieder früh ab, wenn jemand mir „richtiges“ Meditieren zeigen will. Kennst du ein gutes Buch, das im Sinne dieses Artikels möglichst objektiv und umfassend die Vorgänge und Möglichkeiten erklärt? Ich fürchte, der Begriff Meditieren ist einfach zu abgenutzt: So effektiv wie ein abgenudelter Schraubendreher auf einem vergriesgnaddelten Schraubenkopf.

    3. Sascha Fast at |

      Ist im Grunde auch nicht so hochtrabend gemeint. Einfach zu kommunizierende mentale Zustände sind „erregt“ oder „ruhig“. Da versteht jeder, aber einige meiner mentalen Zustände sind von einer spitzen, scharfkantigen Empfindung im Mund begleitet. Damit kann niemand aus mir etwas anfangen. Deswegen kann auch über diese Dinge nicht sprechen.

      Von allem, was ich gesehen habe, ist Wim Hof aktuell der Einzige, dessen Unterweisung ich spannend finde. Ein gutes Buch zu diesem Thema habe ich noch nicht gefunden. Ich denke aber, dass ein Buch zu diesem Thema auch extrem schwierig ist. Ich habe selbst ein halbes Manuskript herumliegen, aber ich kann guten Gewissens nur meine Methode zur Findung meiner Meditationspraxis offenlegen. Also eher etwas Halbbiographisches.

  3. Katrin at |

    Mir haben zum tieferen Verständnis OHNE weltanschaulichen oder gar esoterischen Überbau die Ausführungen von Jon Rabat Zinn geholfen. (hauptsächlich „Gesund durch Meditation“). Auch er schreibt der Sitzmeditation eine andere Wirkung zu, wie der im Liegen (Bodyscan). Ich finde es eigentlich aus meiner eigenen Erfahrung auch nachvollziehbar. Im Sitzen kommt die Komponente der (ich sag mal) „Selbstausblendung“ von unangenehmen Körperwahrnehmungen dazu. Es passiert zwangsläufig, dass der Fuß zwickt, man den Impuls spürt die Sitzhaltung zu verändern etc. Das auszublenden, zu ertragen und zu lernen, die in diesem Moment unangenehmen Empfindungen in den Hintergrund zu drängen IST die eigentliche Meditation. So verstehe ich auch die gesteigerte Form, die fortgeschrittene Yogis praktizieren, die ihren Körper mit Praktiken malträtieren, die wir als Qual ansehen würden, um ihre Selbstbeherrschung immer weiter zu verbessern, das unangenehmne Gefühl zurückzudrängen bzw. auszublenden. Ich finde es viel schwerer im Sitzen zu meditieren, aber es schult meines Erachtens auch stärker die Selbstbeherrschung.

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    1. Florian at |

      „Das auszublenden, zu ertragen und zu lernen, die in diesem Moment unangenehmen Empfindungen in den Hintergrund zu drängen IST die eigentliche Meditation.“

      Ich weiß genau, was du meinst, möchte allerdings alternative Formulierungen vorschlagen:

      „Das wahrzunehmen, anzunehmen und zu lernen, trotz unangenehmer Empfindungen beim Meditationsobjekt im Moment zu sein IST die eigentliche Meditation.“

    2. Felix at |

      Mir kommt das bislang etwas zu negativ formuliert vor. Mir fehlen die positiven Eindrück: Nicht nur der zwickende Zeh oder die nervende Kettensäge draußen; sondern auch die Sonnenstrahlen auf der Haut und die Symphonie des Vogelgezwitschers im Ohr. Auch diese Dinge walzt nach meiner Empfindung das ständig denkende Gehirn platt und deswegen halte ich es für ebenso wichtig in der Meditation, auch einfach mal darauf zu fokussieren. Für mich ist es jedenfalls ein wichtiger Teil der Sitzung und es erscheint mir wichtig für die Symmetrie.

    3. Sascha Fast at |

      Moin Katrin,

      vielen dank für einen Kommentar. Ich teile dein Schmerzmodell von Meditation.

      Aber Felix hat einen guten Punkt. Darüber muss ich nachdenken.

      Viele Grüße Sascha

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