25 Reaktionen

  1. Marius at |

    Guten Abend,

    vorweg ich halte sehr viel von deinem Blog und deiner Einstellung und wir haben viele Gemeinsamkeiten in der Lebensgestaltung, aber ich denke mir viel in mancher leih Hinsicht die Motivation (wenn man hier von Motivation sprechen kann)

    Wie dem auch sei, ich finde, dass du bei der Beschreibung der 2. und 3. Frage die usprünglichen Arten der Haltbarmachung von Lebensmitteln vernachlässigst und die waren auch vor der Zivilisation möglich.

    Somit war es auch möglich ohne Hunger zu Jagen und die Fähigkeit etwas im Voraus zu denken (zum Glück nicht so weit wie wir es versuchen) würde ich den damaligen Erdbewohnern schon zuschreiben.

    Schöne Grüße

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Marius,

      danke für deine Kritik. (Gute Kritik ist immer nützlich)

      Die Zivilisation ist ja kein klarer Einschnitt. Man kann nicht sagen, dass vor 10.000 oder gar 50.000 Jahren ein kultureller Bruch stattgefunden hat, so dass Steinzeit und Vorratshaltung parallel stattgefunden haben, so dass mein Argument hinfällig wird. Dagegen kann ich in diesem Falle halten, dass Vorratshaltung einer der neueren Aspekte – ganz so wie Ackerbau – die uns vom ursprünglichen Leben als Jäger und Sammler entfernen. Ich könnte sagen, dass in diesem Aspekt die Zivilisation (als Kultur und Technologie) bereits in die Steinzeit (als Epoche) hineinreicht. Die Steinzeit fängt schließlich bereits vor 2,6 Mill. Jahren an.

      Nicht umsonst habe ich meinen Begriff der Steinzeiternährung über die Technologie der Nahrungsgewinnung und nicht über den Zeitraum anlegt: http://me-improved.de/2013/08/21/steinzeiternaehrung/

      Mein Einwand ist dem Einwand gegen die Plausibilität von Getreidekonsum in der Steinzeit sehr ähnlich: Nur weil die ein paar Körner gegessen haben (vielleicht sogar regelmäßig), kann man nicht von einem echten Getreidekonsum sprechen, so wie wir ihn heute verstehen und praktizieren.

      Dass dieses Verhältnis aufgebrochen wurde, konnte auch sehr lange abgepuffert werden. Früher war auch ohne Sammeln und Jagen eine hohe körperliche Aktivität nötig. Das Wegfallen hat dann etliche Probleme in unserer Ernährungspraxis offengelegt.

      In den nächsten Tagen werde ich deine Kritik in meinen Beitrag einpflegen und diese offene Stelle abdichten.

      Beste Grüße Sascha

  2. Jens at |

    Trockenfleisch dürfte es auch schon vor der „Zivilisation“ (mag den Begriff nicht) gegeben haben.

    Ich find deine Konzepte/Gedanken wie auch einige der Steinzeiternährung gut, aber die Begründungen zum Teil nicht. Ich gibt Unterschiede zwischen uns und unseren Vorfahren, egal ob die nun sammeln und jagen waren oders Feld beackerten.

    • harte Arbeit um Futter zu haben, Feld beackern, sammeln, jagen, Haus bauen, etc
    • es gab nur das was lokal vorhanden war, also keine Erdbeeren im Winter
    • es gab kein All you can eat, da man mit den Vorräten haushalten musste
    • Hungerperioden
    • und imho mit das Wichtigste Unregelmäßigkeit, Vorräte vergammelt oder nichts erlegt -> Hungern und keine Garantie wanns wieder was gibt

    Andere Begründung, aber wir landen bei deiner Kernaussage, kein Essen ohne körperliche Arbeit. Aber nach dem Essen ist vor der Arbeit, soll heißen ich schätze es ist egal wann die Arbeit bzw das Essen stattfinden. Ob der Bauer oder Jäger nun gefrühstückt haben ist imho egal, wichtiger ist die Unregelmäßigkeit von Essen/Hungerperioden und der körperlichen Arbeit ansich.

    Zu den Fragen: Ich faste in der Regel zwischen 20/22 Uhr bis 12/14 Uhr. Auch mal länger oder auch kürzer. Paleo ess ich nicht, hab aber Getreide (bis auf ab und an Reis) raus geworfen und versuche Kohlenhydratarm zu essen und Hauptmenge dürfte von Fett kommen. Vorm Abendessen versuch ich körperliche Arbeit unterzubringen. Reicht von 25 min walken von der Arbeit nach Hause bis zur Fitnesssession. Zur Ernährung gehörts nicht, aber zum Lebensstil :-)

    Ach und zu dem Getreide mal Reichholf-Warum die Menschen sesshaft wurden lesen. Interessante These :-)

    Spoiler: Alkohol, Bier

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Zum Trockenfleisch: Siehe mein vorherigen Kommentar zu Marius. Dass es das vor der Zivilisation gegeben hat, spielt für das Argument keine Rolle.

      Wie begründest du die Wichtigkeit von Unregelmäßigkeit (Lokalität, Hungerperioden, Vergammeln usw.)? Die Frage richtet sich darauf, welchen Mechanismus du für den förderlichen Effekt für verantwortlich hältst. Wie verändert diese Art der Unregelmäßigkeit den Zustand des Körpers positiv?

  3. Floh at |

    Hallo,

    ich finde deinen Beitrag hoch interessant. Mich würde noch interessieren, wie du selbst das persönlich siehst, wie in der Grafik aufgezeigt, liegen ja 65% des Nahrungsgewichts in Pflanzen. Heißt das dann, dass man weniger Fleisch generell konsumieren sollte, bezw. in die Richtung einer vegetarischen oder veganen Lebensweise wechseln sollte?

    Beste Grüße,

    Floh

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Flo.

      Das Verhältnis ist die Empfehlung der Jaminets. Es ist eine Heuristik um 2/3 der Energie aus tierischer Nahrung zu kriegen. Wenn du dann du dich dann an ihre Lebensmittelauswahl hältst, kommst du dann relativ automatisch auf ihre empfohlene Makronährstoffverteilung.

      Ich bin aber in der Tat der Meinung, dass viele gut damit beraten sind, weniger Fleisch zu essen. Auf der einen Seite ist Protein (insbesondere tierisches Protein) wichtig und nützlich, auf der anderen Seite ist der Stoffwechsel vieler Menschen überhaupt nicht für so einen hohen Proteindurchsatz hin angelegt. Ich kopple meinen Fleischkonsum an mein Sportpensum und meine verwendeten Trainingsmethoden. Würde ich nicht so viel Sport machen, würde ich auch deutlich weniger Fleisch essen. Es gibt vielleicht ein paar Ausnahmen, aber generell empfehle ich das auch den meisten Menschen.

      Ich persönlich glaube, dass bei der Steinzeiternährung für die meisten Menschen die positiven Effekte vor allem durch den hohen Pflanzenkonsum vermittelt werden und weniger durch den Fleischkonsum.

  4. Alex at |

    Wie sieht deine Fleischauswahl eigentlich aus? Isst du Fleisch aus konventioneller Haltung? Ist du mehr rotes Fleisch oder weißes? Woher beziehst du deine Organe (Leber, Niere)?

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Ich versuche möglichst die Angebote beim Fleischer wahrzunehmen. Da ist viel aus lokaler Haltung. Da kriege ich auch immer das Organfleisch her. Ich esse hauptsächlich rotes Fleisch.

  5. Oli at |

    Hi, ich habe ein paar Fragen: Ich bin Berufssportler (Fussball) und interessiere mich sehr für das Thema Ernährung. Ich bin nun seit längere Zeit mich in das Thema der Paleo Ernährung und intermittierendes Fasten am reinlesen. Ist es entscheidend wann die Fastenphase gestartet wird? Wie sieht das aus wenn ich morgens um 10 Uhr Training habe?Das funktioniert ohne Frühstück? Des weiteren würde es mich interessieren wie es mit dem Kohlenhydratanteil an Trainingstagen aussieht und wann der ideale Zeitpunkt für die Aufnahme wäre? Vielen Dank für die Infos. Oli

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Moin Oli.

      Für deine Situation gibt es verschiedene Dinge zu beachten:

      1. Dein Trainingsumfang wird sicherlich sehr groß (2-3x/Tag) sein und sehr ausdauerlastig sein. Das heißt, dass du anders mit den Kohlenhydraten umgehen solltest, als ich z.B. Meine Ausdauereinheiten sind nur sehr kurz. Der Kohlenhydratverbrauch ist entsprechend gering.
      2. Es ist immer eine wichtige Frage, an welcher Stelle du gerade stehst. Wenn du einfach so das Frühstück weglässt, obwohl du es gewöhnt bist, wird sich deine Trainingsleistung erstmal ein ganzes Stück verabschieden. Das heißt, dass so einige Schritte vorher planen solltest, um das intermittierende Fasten einzubauen.
      3. Trainingsleistung hat für dich auch einen anderen Stellenwert. Wenn du beim Training schlechte Leistungen bringst, dann gefährdet das womöglich deine Karriere und die Wahrnehmung durch die Trainer. Ich trainiere oft unter erschwerten Bedingungen (z.B. mit leeren Kohlenhydratspeichern), ich weiß aber, dass das nur eine Trainingsphase ist und ich für meine Tests oder Rekordeversuche wieder Kohlenhydrate laden kann. Das heißt, du müsstest das mit deinen Trainern absprechen und die werden wiederum sehr skeptisch sein. Ich denke, sie würden dann eine konservative Haltung einnehmen und deine Entwicklung extra kritisch betrachten.
      4. Der beste Zeitpunkt Kohlenhydrate zuzuführen ist immer genau dann, wenn die Insulinsensitivität am höchsten ist. Nach dem Training ist besser als vor dem Training. Abends ist besser als Morgens. Nach langen, erschöpfenden Trainingseinheiten besser als nach kurzen, harten.
      5. Die Menge an Kohlenhydraten müsste man ausrechnen, wenigstens grob abschätzen. Das hängt von deinem Gewicht, deiner Muskelmasse, deinem Training und ähnlichen Faktoren ab. Daher kann ich dir keine gute Empfehlung geben.

      Wenn man es richtig macht, dann klappt es. Allerdings ist die Umsetzung bei dir natürlich etwas komplizierter als bei einem Freizeitsportler. Auf der einen Seite steht mehr auf dem Spiel, weshalb eine größere Vorsicht geboten ist, auf der anderen Seite bist du wesentlich stärker belastet, was dich für Veränderungen empfindlicher macht.

      Eine genaue Ausarbeitung einer Strategie sprengt leider die Kommentare zu einem Blog.

      Beste Grüße Sascha

    2. Oli at |

      Hey Sascha, vielen danke, deine Antwort war schon viel länger und informativer als erwartet. Hast du eventuell noch ein paar gute Websites und Tipps rund um das Thema Paleo Ernährung? evtl. auch in Bezug auf Sport.. Beste Grüße, Oli

    3. Sascha Fast at |

      Ausgehend davon, dass ich in einer ähnlichen Situation bin wie du, fand ich die meisten Homepages zum Thema Paleo für Sportler sehr unbefriedigend. Ich werde in den nächsten Wochen (hoffentlich) einen kleinen Überblick über wichtigsten Anlaufstellen des Internets geben. Vielleicht ist etwas für dich dabei.

    4. Thor1984 at |

      Hi Sascha,

      ich trainiere meistens am Abend (zwischen 18.30 und 19.30 Uhr). Dabei wechselt sich Krafttraining mit kurzen aber intensiven Ausdauereinheiten wie Sprinten ab. Nach dem Training esse ich reichlich Fleisch, Gemüse und/oder Kartoffeln. Ich würde nun gerne mit dem intermittierenden Fasten beginnen und würde dann von 20 Uhr am Abend bis 12.30 Uhr am nächsten Tag fasten. Nun gibt es ja die These aus dem Bodybuilding, dass gerade das Frühstück wichtig ist, weil der Körper in der Nacht bereits die Muskeln angreift und das fasten am Morgen somit eher zu „Muskelschwund“ führen würde. Wie siehst Du das?

    5. Sascha Fast at |

      Wenn du regelmäßig Krafttraining machst und du insgesamt ausreichend isst, kann von Muskelverlust keine Rede sein. Es sieht anders aus, wenn man sich Steroide reinknallt. Für einen natural Trainierenden ist das Quatsch.

      Hier findest du mehr zum Thema:

      http://www.leangains.com/2010/10/top-ten-fasting-myths-debunked.html

  6. Thor1984 at |

    Ich nehme keine Steroide und würde das auch niemals in Erwägung ziehen. Danke für Deine Antwort und den Link :-) Habe heute zum zweiten Male diese Woche gefastet und bin bis jetzt Morgens, wenn ich nichts esse, überraschend fit.

    Reply
  7. Jessica at |

    Hallo Sascha, vielen Dank, für die Arbeit, die du dir mit dieser Seite machst. Sehr informativ! Ich ernähre mich schon länger paleo und seit meiner Diagnose mit MS (im April) angelehnt an das Wahls Protocol; seit einem Jahr auch phasenweise ketogen. Habe gerade deine Videos über CML gesehen und im Ersten erwähnst du ganz kurz (Minute 6:23), dass Fasten, oder auch IF für Frauen ein Problem darstellt auf Grund ihrer metabolischen Innflexibilität (wenn ich das richtig verstanden Habe). Kannst du mir dazu etwas Genaueres sagen, oder einen Link geben, damit ich mich weiter informieren kann? Bin ja quasi selber Frau und habe auch beginnende Problem mit der Schilddrüse (noch keine Medikamente, auch nicht wegen der MS) und stolpere immer wieder über widersprüchliche Aussagen bezüglich IF und auch ketogener Ernährung als Frau (ich verzichte meist auf Frühstück, trinke hin und wieder mal einen Kaffe mit Kokosöl oder Kokosmilch). Lieben Gruß, Jessica

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Die Studienlage zum Thema Fasten und Frauen ist etwas widersprüchlich.

      Der Artikel auf Precision Nutrition kann ein Anfang sein: http://www.precisionnutrition.com/intermittent-fasting-women

      Diesen Podcast habe ich nicht gesehen, aber sie lebt in Dauerketose: https://www.youtube.com/watch?v=EsOBOfmlBzw

      Intermittierendes Fasten ist ein Tool, vor diesem auch noch andere Methoden für die Ziele vorgeschaltet werden können. Wenn es beispielsweise um Mitochondrien geht, sind Kälte, Ausdauertraining und Reduzierung von Sitzdauer Mittel, die dir helfen und vielleicht auch IF-Protokolle vorbereiten können.

      Probleme mit der Schilddrüse deuten immer auf eine Überlastung im Allgemeinen hin, wenn keine direkte Erkrankung vorliegt.

  8. Michael at |

    Hallo, ich halte das postulat „Erst die Abeit, dann das Essen“ für problematisch. Ist nicht viel mehr naheliegend, daß unsere Altvorderen – sie waren mit uns genetisch identisch und auch der Neanderthaler war nicht eben ein völliger Blödmann, andernfalls hätte er sich kaum über die die vielen hunderttausende Jahre unter widrigen und wechselnden Bedingungen herumtreiben können – den Vorteil der rechtzeitigen Nahrungsbeschaffung ge- und erkannt haben? Ich sehe es im Gegenteil als wenig plausibel an, daß der Jäger solange auf seinem Sofa aus Ast und Blattwerk gelegen und sich den Wanst mit der Beute vollgeschlagen hat, bis er eines morgens feststellte, daß nichts mehr da war, und ihn zwei Tage später erst der nagende Hunger aus der Höhle getrieben hat. Klar, heute verhalten sich viele Menschen entsprechend, aber sie können es sich dank des sozialen Netzes auch leisten, sie sind ja nicht selbständig wie unser Vorfahr, dem kein Harzt-IV-Amt, kein Streetworker, keine Heilsarmee, kein wer auch immer versorgt und gerettet hat. Mir erscheint es viel plausibler, daß eine in gewisser Hinsicht vorausschauende Verhaltensweise mit dem Preis des Überlebens belohnt wurde und hierzu zählt, sich nicht erst dann um Futter zu kümmern, wenn der Magen so tief in der Kniekehle hängt, daß man nicht mehr gescheit laufen kann, sondern schon bevor der letzte Knochen abgenagt ist (sogar Eichhörnchen sind zur Vorratshaltung befähigt – ich weiß, ich weiß …). Davon abgesehen erscheint aber auch mir plausibel, daß Hunger nicht per se schlecht und ein Hinderungsgrund für Leistung ist und daß unsere Altvorderen öfter als ihnen lieb war in der Situation waren, trotz Hunger jagen und Leistung bringen zu müssen.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      Es ist ein empirische Frage. Ich zitiere:

      The Hadza were the most intense experience I had while working on this story on the evolution of the human diet. They do not practice agriculture, herd animals, or even store any food. There is nothing to eat at camp in the morning. They walk in the surrounding savannah for a few hours and gather what they need: berries, honey (there is even a bird who sometimes guides them on that venture), tubers and tangy baobab-fruits. And yes, sometimes animals fall, hit by their arrows, but not out of greed.1


      1. Paley, M. (2014). We Are What We Eat: Hunting the Hadza Way With Bows, Arrows, and Ingenuity. National Geographic. 

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