7 Reaktionen

  1. ich at |

    das ist sehr interessant! Da ich momentan auch wieder etwas mehr mit Angstzuständen und auch mehr oder weniger Depressionen zu kämpfen habe hat dieser Artikel mich doch aufhorchen lassen. Seitdem ich regelmäßig trainiere trinke, ich auch sehr selten nur noch Alkohol und achte sehr auf meine Ernährung. Vorher gabs halt immer ein Schnitzel mit Pommes und 1-3 Feierabend Biere und alles war wunderbar, jetzt erst merke ich so richtig das es hier einen Zusammenhang geben könnte! Aber was tun? Wieder anfangen Bier zu trinken jeden Tag um alles zu verdrängen? Kann nicht die Lösung sein :/

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    1. Sascha Fast at |

      Hallo ich,

      die Lösung hat Felix in seinem Video gesagt: Die zu Grunde liegende Ursache finden und daran arbeiten. Angstzustände und Depressionen kommen nicht aus heiterem Himmel.

      Viele Grüße Sascha

  2. T. at |

    Übergewicht schützt vor vielen Situationen, die man aus Unbeweglichkeit oder Scham meidet (Reisen, Karriere, Partner kennenlernen….). Man sagt sich ja oft:‘ Wenn ich erst abgenommen habe, dann….‘. Das Uebergewicht wird als Entschuldigung genommen. Die Lifestyle-Industrie redet einem genau das ja auch immer in ihrer Werbung ein: Dünn=beliebt, erfolgreich, attraktiv usw.

    Hat man dann abgenommen, merkt man plötzlich, dass das alles gar nicht so einfach ist, sondern man sich nun diesen neuen Herausforderungen stellen muss und sich weiterentwickeln muss.

    Die Studie finde ich wenig aussagekräftig. Es wird von einer Gewichtsabnahme von groesser/gleich 5% (bis -8%) gesprochen. Das ist bei einer 100-kg-Person ab 5 kg. Das finde ich zu wenig. Wie sieht es mit Depressionen bei extremen Abnahmen von über 40% aus? Da ist das verlorene Gewicht so gross, dass der Abnehmende fast ein neuer Mensch geworden ist.

    Trotzdem interessant, dass eine kleine Gewichtsabnahme zu schlechterer Stimmung führt. Vielleicht haben die Personen Schwierigkeiten damit, das Gewicht zu halten und schaffen es nur mit grosser Anstrengung? Duennbleiben ist stressig – sich immer wieder zusammen zu reissen und sich Sachen zu verkneifen, ueberlegen, was man schon gegessen hat und was man sich noch erlauben kann… Eine richtige Essstoerung ist nie weg, genausowenig wie Alkoholismus.

    Ausserdem waren die Teilnehmer über 50. Wenn ich mich richtig erinnere kann Koerperfett auch Östrogene produzieren, und Östrogen wirkt sich positiv auf Serotonin und dopamin aus.

    Vielleicht hätte eine Studie mit jüngeren Menschen ein anderes Ergebnis?

    Die Studie hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.

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    1. Sascha Fast at |

      Moin T.

      Gute Gedanken äußerst du:

      @Ausrede: Daran hatte ich gar nicht gedacht, aber eine ähnliche Strategie ist mir schon in vielerlei Gewand begegnet.

      @Aussagekraft: Ja, ist schon sehr speziell. Aber ich habe noch ein paar weitere, welche in die gleiche Kerbe schlagen. Die Aussagen, die ich gemacht habe, habe ich daher zunächst als These etikettiert und das hinterhergeschoben:

      Wir sollten an dieser Stelle noch keine schnellen Schlüsse ziehen und uns bewusst machen, was wir gerade getan haben: Wir haben einen winzigen Ausschnitt unserer Kultur beobachtet, mit all den Schwächen und Stärken, die eine solche Beobachtung nach sich zieht.

      @Anstrengung: Soweit ich die restlichen Paper schon gesichtet habe, klingt das plausibel, was du geschrieben hast.

      @Alter der Teilnehmer: Es wird noch mehr kommen. Aber ich vermute, dass der Veränderungswiderstand bei Älteren größer ist und entsprechend die Kosten der Veränderungen für die Psyche größer (konsistent mit meiner These)

      @Studie und Fragen: Das sind sehr gute Studien oder wenigstens: Studien, die gut interpretiert werden.

  3. T. at |

    Hi Sascha,

    Mich ärgert es, von Menschen, die nie richtig uebergewichtig waren, erzählt zu bekommen, dass man sich Zeit nehmen soll fürs Essen und dass man dann keinen Appetit mehr auf Süßigkeiten hätte.

    Sehr viel abzunehmen über einen langen Zeitraum, kostet sehr viel Kraft, Verzicht, Selbstdisziplin und Motivation. Und wenn man dann denkt, man sei am Ziel angekommen, verbirgt sich hinter dem 5.000-Tausender noch ein 8.000-Tausender, den man auch noch erklimmen muss. Ok, du bist scheiss müde, aber du willst nicht zurück und du hast dich ja schon so gequält, also machst du weiter, in der Hoffnung, dass du dann alles geschafft hast. Und wenn du dann auf dem 8.000-Tausender bist, merkst du… das ist es immer noch nicht. Es ist kalt und ungemütlich, und du weißt nicht, wie es weitergehen soll. Manchmal wünscht du dir, du wärst nie losgegangen.

    Ich habe sehr viel abgenommen und hatte innerhalb eines Jahres 3 Operationen, um meine überschüssige Haut zu entfernen. Das Jahr war schwer, weil ich wieder in meinem alten Job war, der mich noch mehr als vorher genervt hat. Nach jeder OP durfte ich 2-3 Monate keinen Sport machen. Die Befriedigung, die mir sonst der Sport gegeben hat, ist dadurch weggefallen. Essen hat mich früher auch befriedigt, das musste ich noch mehr einschränken.

    Ich bin seit 7 Jahren Single. Ich hab jetzt ziemlich viele Narben und hab Angst, dass Männer das unattraktiv finden. Aber vielleicht ist das auch wieder nur eine Ausrede, warum ich immer noch ein Problem habe, Männer an mich ranzulassen.

    Es gibt Studien dazu, dass die Selbstmordgefahr nach Wiederherstellungs-OPs steigt. Das kann ich mir gut vorstellen, denn ich bin nicht unbedingt glücklicher geworden. Sondern eher kompromissloser (was das Leben nicht einfacher macht). Daher fand ich die Studie aus dem Artikel interessant. Beim Abnehmen hatte ich eine gewisse Befriedigung (Erfolgserlebnis), weil ich gemerkt habe, dass ich dünner werde. Jetzt, wo ich schlank bin, habe ich kaum eines meiner anderen Probleme gelöst und muss mich dazu noch beim Essen einschränken. Meine Erfolgserlebnisse sind jetzt rarer gesät.

    Immerhin hat mir die Schlankheit das Selbstbewusstsein und die Energie gegeben, meinen Job zu kündigen. Das andere krieg ich auch noch auf die Reihe. Aber ich hab noch nicht das Gefühl, dass ich jetzt die Lösung für alles habe. Daher hab ich auch nicht an dem Buch weitergeschrieben, über das wir gesprochen hatten. Ich fühle mich da noch nicht als Experte. Viele Grüße T.

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    1. Sascha Fast at |

      Moin T.

      mein Vater hat das immer mit einem „Wenn ein Blinder von der Farbe spricht.“ kommentiert, was du meinst. Mir ist bei all solchen Diskussionen, dass ich mich auf Dinge und Perspektive konzentriere, die beidem, der Subjektivität und so etwas Ähnlichem wie Objektivität, zugänglich sind.

      Das, was du beschreibst, ist ein sehr klassisches Sisyphus-Phänomen. In meinem Experiment mit der vielen Meditation und dem Ausdauertraining habe ich mich eben an diesem Phänomen abgearbeitet. Wenn ich meine Beobachtungen in den Adipositasgruppen dazunehme, würde ich schätzen, dass ein solcher Wechsel von Lebenswandel und Persönlichkeit mindestes 6-7 Jahre und mit steigendem Alter vielleicht noch länger. Für meine schwersten Veränderungen (psychisch) habe ich über 15 Jahre gebraucht. Das ist eigentlich der Zeitraum, in welchem man rechnen muss, wenn es um tiefgreifende Veränderungen geht.

      Das Motiv der Kompromisslosigkeit ist ebenfalls ein sehr Klassisches. Kompromisslosigkeit stellt für die Psyche eine ähnliche Belastung da wie ein hohes Maß an Ehrlichkeit. Verändert man sich in diese Richtung, ist man häufig überrascht, wie scheiße sich das anfühlt. Solche Tugenden sind nicht ohne Opfer.

      Warum sage ich bei beiden Motiven „klassisch“? Weil es viele Menschen aus anderen Bereichen gibt, die ähnliche Probleme durchlebt und gemeistert haben. Verstümmelte Soldaten, Opfer von Hai-Angriffen, viele deportierte Russlanddeutsche (die Generation, welche jetzt im Sterben liegt) und noch viele mehr.

      @Buch: Niemand sollte sich als Experte fühlen. Bei so einem Thema sind Ehrlichkeit und eine subjektive Perspektive das A und O. Warte nicht bis du glaubst eine Lösung gefunden zu haben. Das Konzept der Lösung bedeutet, dass es so etwas wie ein „angekommen“ gibt. Das kann man nur sich selbst geben, du aber keinem anderen. Es ist also nicht Teil des Buchs, wenn es absolut ehrlich ist.

      Viele Grüße Sascha

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