8 Reaktionen

  1. Anna at |

    Die Food Reward Theorie finde ich persönl. sehr überzeugend. Besonders wenn etwas süß oder salzig oder stark gewürzt ist, esse ich über meinen Hunger hinaus. Seth Roberts „Shangrila-Diät“ – basiert die nicht darauf, dass man geschmacksfreie Lebensmittel isst, um den Appetit zu reduzieren? Ich hab früher nicht aufhören können zu essen, obwohl mir schon kotzschlecht war. Einerseits war ich unbefriedigt (Mineralstoffmangel?), andererseits hat es gut geschmeckt. Beim Fooddesign werden ja auch immer wieder neue Sachen ausgetüftelt, um den Appetit anzuregen. Wieso kann man eine Chipstüte erst aus der Hand legen, wenn sie leer ist? Slideshow zu „Appetit“: http://prezi.com/7d2cawe9svjv/appetit-ist-der-hunger-der-satten/

    „Seine Theorie macht nur Sinn, wenn es keinen relevanten Unterschied macht, ob man nun zu viele Kohlenhydrate oder Fett zu sich nimmt.“ -> Verstehe ich nicht. ?? Ich finde nicht, dass sich seine und deine Aussage widersprechen. Ausserdem haben die meisten doch mehr oder weniger zugenommen. Bei der Rechnung fehlt ausserdem noch die Bewegung. Du schreibst ja selbst, „den Sportumfang radikal zu erhöhen und gleichzeitig aber auch die Nahrungszufuhr. “ Bei der Studie, von Guyenet fehlt die Erhöhung des Sportumfangs. Ich schick dir per Mail mal ein Excel mit meiner Idee zu einer Versuchsanordnung.

    „Wie wichtig ist für dich die Portionsgröße beim Essen? Wo ist die obere Grenze und unterscheidet sie sich, wenn du fettlastige und kohlenhydratlastige Mahlzeiten vergleichst?“ Die Portionsgröße ist sehr wichtig. Einerseits muss sie groß genug sein, so dass ich mich ausreichend voll und satt fühle. Andererseits darf sie nicht so groß sein, dass ich mir das Essen schon reinquälen muss. Ich versuche darauf zu achten, dass ich das Essen gründlich kaue. Ich denke es ist effektiver und weniger belastend für den Körper, wenn ich „weniger“ esse und dafür gut kaue. Wenn ich aber vor einem Berg Gemüse sitzen und 40 Minuten zum Essen brauchen würde, wäre mir das zu lange. Bei Mahlzeiten mit viel Gemüse (Kohlenhydrate) werde ich von weniger Kalorien satt, da die Lebensmittel mehr Volumen haben. Daher esse ich auch teilweise sehr dunkle Schokolade, Nüsse, Avocados (Fett) damit ich die notwendigen Kalorien zusammenbekomme. Obst im Gegensatz zu Gemüse könnte ich mehr essen, einfach weil ich den Geschmack so toll finde. Kann mir dagegen nicht vorstellen einen Fressanfall wg. Broccoli zu bekommen.

    „Hattest du schon Phasen von viel Essen, die nicht zu einer deutlichen Zunahme von Körperfett geführt haben?“ Das weiss ich nicht, da ich meinen Körperfettanteil nicht messe. Wenn ich mal mehr gegessen habe, habe ich auch schnell mehr gewogen, obwohl das wahrscheinlich auch viel Wassereinlagerungen waren.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      @Anna: Die Food Reward Theorie ist gut ausgearbeitet. Da bin ich deiner Meinung. Der Stephan ist auch ein ziemlich kluger Mensch. Ich habe noch etwas in Bezug auf Hunger in Petto, dass ich noch ausarbeiten muss. Es gibt verschiedene Quellen für Hunger und eine davon ist die Nahrungsbelohnung.

      Dass man zunimmt, wenn man einfach 50% mehr Kalorien isst, als bisher, ist nicht weiter verwunderlich. Mir kommt es darauf an, dass Stephan in der Konklusion für seine FR-Theorie haben muss, dass es am Ende auf die Kalorienbilanz ankommt. Seine Theorie bietet nur einen Mechanismus an, wie dieser Überschuss zu Stande kommt:

      High Food Reward –> Calorie surplus –> Weight Gain

      Dass die Makronährstoffzusammensetzung dafür irrelevant ist, halte ich aber für falsch. Man sieht in dieser Studie, dass du an deinem Gewicht ablesen kannst, ob du Kohlenhydrate verträgst oder nicht. Das heißt, dass die FR-Theorie auf individueller Ebene scheitert. Hier sind der Gewichtsstatus und die Makronährstoffverteilung ausschlaggebend. Denn unter isokalorischen Bedingungen ist die Makronährstoffverteilung relevant. Die Studie kann man leider nicht für die gewöhnliche Ernährung verwenden, weil die in den wenigsten Fällen unter so hyperkalorischen Bedingungen läuft.

      Das ist eine gute Theorie um auf Makroebene Übergewicht darzustellen und ich denke, dass sie plausibel ist, wenn wir epidemiologisch erklären wollen, warum Bevölkerungsgruppen übergewichtig sind. Für die erste Welt ist das meiner Meinung nach unstrittig. Allerdings erklärt diese Theorie nicht das Übergewicht in Bevölkerungsgruppen großer Armut, wie Gary Taubes schon richtig angemerkt hat.

      Das heißt, dass die Theorie zwei Lücken hat:

      1. Auf individueller Ebene bei Ernährungsformen, die nicht ad libitum sind.
      2. Auf epidemiologischer Ebene bei bestimmten Bevölkerungsgruppen.

      Damit ist für mich Food Reward als Theorie vom Tisch. Ich habe für mich nur den Mechanismus entnommen und werde die lediglich in meine Hungertheorie einbauen.

    2. Anna at |

      Danke, Sascha. Bin gespannt, was du über Hunger schreiben wirst. Bei mir ist Hunger wettertechnisch gerade ein aktuelles Thema geworden – manchmal denke ich, ich hab Murmeltiergene (-> Speck für den Winterschlaf) oder so. Wenn es kalt und dunkel wird, krieg ich Hunger auf Nudelauflauf mit Käse oder Kartoffelauflauf mit Käse, meinetwegen auch Brokkoliauflauf – mit Käse (erkennt da jemand ein Muster?). Im Sommer hatte ich auch manchmal Gedanken an irgendwas Süßes, aber das konnte ich wegschieben.

      Ich hab eben nochmal deinen Artikel über „Belohungsaufschub?“ gelesen. Da steht: „Manchmal ist es eben schwer und manchmal leicht.“ – Ja, aktuell ist es gerade schwer. Aber der Artikel hat schon mal geholfen, mich daran zu erinnern, warum ich das Ganze mache. Vielleicht kommt in dem Artikel über Hunger noch was hilfreiches. Vielleicht macht es aber für mich aber auch keinen Sinn in der kalten Jahreszeit Intermittierendes Fasten zu machen, sondern eher, morgens was Warmes zu essen. Mal sehn.

  2. at |

    Das Konzept was bei mir einfach schlicht am besten funktioniert ist weniger die Betrachtung von Nährstoffen sondern die Orientierung an meinem energetischen Gefühl. So lange wie ich ein Hochgefühl habe ohne Hänger und mit Energie durch den Tag komme, mein Sport schaffe usw. und keine Fressattacke durch rigoroses Fasten erzeugt wird bin ich zufrieden, ob das jetzt mit Banane oder Kokosöl passiert, empfinde ich als Sekundär.

    Am besten fahre ich aktuell, in einer Hochtrainingsphase, mit Carbs (Banane) und Proteinen (meist körniger Frischkäse) die ganz nah an die Sporteinheit platziert sind. Die Menge der Carbs ist auf den ungefähren Verbrauch der Sporteinheit abgestimmt.

    Abends zum Abschluss des Tages ist die Mahlzeit eher Richtung Low Carb.

    Ich mag den Durst nicht und das schwammige Gefühl bei High-Carb am Abend.

    Vermutlich teste ich Ketogene Lebensweise nach dem Marathon im Oktober. Da könnte es passen.

    Wie wichtig ist für dich die Portionsgröße beim Essen?

    Ich habe zwei Hauptmahlzeiten, Mittags und Abends. Dazwischen Obst und ggf. Milchprodukte. Mir ist wichtig in Ruhe zu Essen. Am liebsten an einem richtigen Tisch und Blick in die Natur.

    Fülle deinen Magen zur Hälfte mit Nahrung, ein viertel mit Wasser und der Rest bleibt leer zum arbeiten. So heisst es im Yoga. Da ist viel dran, ich schlafe z.B. leicht hungrig am Besten. Abends ist die größte Mahlzeit: die soll so groß ausfallen das ich 30min danach wieder Hausarbeit (Abwasch) und danach ggf. Spaziergang, Yoga und andere leichte Tätigkeiten packe und nicht sediert auf meinem Sofa liege.

    Früher habe ich die Müdigkeit des Insulins bei Schokolade usw. mit den Auswirkungen eines anstrengenden Tages, auch Sport, verwechselt. Diese Verkettung ist mir erst im Laufe meiner Suche mit improved eating richtig aufgefallen.

    Wo ist die obere Grenze und unterscheidet sie sich, wenn du fettlastige und kohlenhydratlastige Mahlzeiten vergleichst?

    Ha. Als ehemals recht strammer Mensch (125kg) können meine Portionen groß sein. Ich kann durchaus nach einem Abendessen 1-2 Tüten Chips und mehrere Tafeln Schokolade wegputzen oder viele Stücke Kuchen usw. Da ist erst Stopp wenn mein Magen mechanisch an seine Grenzen kommt. Allerdings werde ich dadurch nicht glücklich und fühle mich auch nicht gut. Mittlerweile betrachte ich das eher als ungünstige Ersatzhandlung.

    Jedenfalls kommen meine Portionen bei den ca. 4000 Kalorien, mit denen ich durchaus abnehme, als massvoll vor.

    Ich kann auch auf jeden Fall so viel essen das ich trotz 4h Sport pro Tag zunehme. Konzentriere ich mich aber aufs Wohlbefinden und Energielevel komme ich am leichtesten beim Essen in eine Balance.

    Hattest du schon Phasen von viel Essen, die nicht zu einer deutlichen Zunahme von Körperfett geführt haben?

    Das ist halt die Frage: Was ist viel. Neulich hattest von einer Klientin hier geschrieben die beim „overeating“ Tag 10 Kugeln Eis gegessen hat. Da dache ich mir spontan: Ja und? Dann habe ich geschätzt: Wieviel Kugeln sind denn 2Liter … und dachte an viele Abende früher bei denen ich einfach die Packung leergelöffelt habe und danach kam Schokolade. Da habe ich immer deutlich zugenommen.

    Bei meinen 4000 Kalorien sind es: Paar Bananen, 1 Portion Frischkäse über den Tag, durchaus auch ein Snicker direkt vor einer Sporteinheit Mittags: 2 Stück Obst, 80g frisch geschrottete Leinsaat, 500g Frischkäse (1 Schüssel) Abends: Gehacktes, Schmand, Tomate, viel Spinat, Zuchini, wenig Erbsen (etwa 3 Teller)

    Das ist okay. Ich fühle mich bei den ethischen Maßstäben (Yoga: Lamas und niyamas) die ich an mich anlege deutlich besser wenn ich eher bei dieser 4000 Kalorien Tagesportion bleibe als wenn ich das Essen noch weiter maximiere. Ich bin ja kein Bodybuilder der 95kg wiegen will, für eine gute Performance in meinen Wettkämpfen wäre eine Magermasse von 72-75kg mit 8% KFT für mich stimmig.

    Reply
    1. Sascha Fast at |

      @Norman: Ich glaube, du hast etwas verstanden, woran viele Menschen scheitern. Man sollte sich zu keinem Zeitpunkt des Tages müde oder kaputt vom Essen fühlen. Viele versuchen dann mit Carbs am Abend den Schlaf zu verbessern und sind dann ab einer gewissen Menge tatsächlich müde und pennen ein. Sie denken dann, dass es der richtige Zeitpunkt für Müdigkeit ist, aber die Quelle der Müdigkeit und damit die Qualität der Müdigkeit ist meiner Meinung nach eben falsch.

      Dass man so müde vom Essen wird, ist ein Zeichen dafür, dass man seinen Körper in irgendeiner Weise überlastet hat. Da könnte ich genauso gut eine Pulle Wein am Abend trinken. Da werde ich auch ganz müde und will schlafen. So richtig gesund ist das auch nicht.

  3. aalbaer at |

    @Norman: Was bedeutet denn „eine Portion Frischkäse über den Tag“ ?

    Reply
  4. at |

    Das ich im Laufe des Tages meist noch nen Becher Frischkäse esse

    Reply
  5. Alex at |

    Zu der Ermüdung nach dem Essen möchte ich auch etwas sagen. Ich habe gemerkt, dass ich seit meiner LC-Ernährung diese Schwierigkeiten eigentlich nie habe, egal wie viel ich esse. Dass heißt ich kann mir die Wampe auch mit Fett zuhauen und werde trotzdem nicht müde. Das war und ist mit Kohlenhydraten anders und sehe ich alltäglich am Mittagstisch und Abendtisch (das berühmte Mittagsschläfchen :) ) Muss irgendwie am verstärkt aktivierten Parasympathikus bei Kohlenhydraten liegen (meine Theorie) und kommt wohl bei Fett nicht vor. Aber auch bei leeren Kohlenhydratspeichern werde ich wie denke nicht so müde. Das heißt umgekehrt, dass meine Speicher überfüllt sind, wenn ich durch Kohlenhydrate müde werde (man müsste natürlich schauen, wie die Parasympathikustheorie da eingreift). Auch ist das natürlich eine unifaktorielle Sichtweise. Da ich ein Fan von Jack Kruse bin, könnte ich mir vorstellen dass da Sonnenlicht und Vitamin-D auch einen Einfluss hat. Je mehr ich mich einlese, desto perverser kommt mir Kohlenhydratkonsum im Winter vor. Ich versuche auch diesen Winter wieder so kohlenhydratreduziert wie möglich zu essen und trainieren (fürs Krafttraining braucht man ja eh nicht so viel).

    Reply

Links von anderen Websites

Bitte halte dich an die Kommentarregeln für diesen Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.